Dokumentation

Montag, 15. Januar 2018, 20.15 Uhr

Görings Carinhall // Görings Ministerium

20.15/0.45 Uhr Görings Carinhall - Die Schorfheide

Adolf Hitler (li.) und Hermann Göring in Carinhall.; Bild: PHOENIX/rbb/Library of Congress' (S2)   Adolf Hitler (li.) und Hermann Göring in Carinhall.

Hermann Göring war nicht der erste und nicht der letzte Potentat, der seine Spuren in der Schorfheide hinterlassen hat, aber er war der skrupelloseste und ganz sicher der größenwahnsinnigste von allen. Zum ersten Mal wird die Geschichte Carinhalls mit Archivmaterial, Neudrehs, Einschätzungen von Zeitzeugen und Experten umfassend filmisch erzählt. Schon 1933 ließ Göring sich auf Staatskosten ein aufwendig gestaltetes Jagdhaus errichten. Er nannte den Ort nach seiner verstorbenen ersten Frau Carin, für die er ein pompöses Grabmal hatte anlegen lassen. Der Mythos Carinhall war geboren.

In den darauffolgenden Jahren ließ Göring das Anwesen immer weiter ausbauen. Er perfektionierte den abgeschiedenen und romantischen Ort am Großen Döllnsee zur Bühne für seine Inszenierungen in Großformat. Staatsgäste und Diplomaten gaben sich die Hand in Carinhall: der schwedische König, der König von Siam, Mussolini… Stolz präsentierte Göring ihnen sein Reich. Von echten Löwen, dem großangelegten Park, wertvollen Kunstschätzen, bis hin zu zwei riesigen Modelleisenbahnanlagen. Als selbsternannter „Herr der Schorfheide“, als oberster Forstmeister und zugleich oberster Jagdherr des Deutschen Reiches verstand es Göring virtuos auf der „Klaviatur“ von Jagd und Macht zu spielen.

Mit Kriegsbeginn verlagerte Göring nun immer öfter seine Lagebesprechungen nach Carinhall. Von hier wurde der Luftkrieg koordiniert und auch die Planung des Völkermords im Osten besprochen. Je länger der Krieg dauerte, desto wichtiger war für Göring die Flucht in seine Scheinwelten. Das Jagen, das Sammeln und Rauben von Kunst, die Wahnvorstellungen eines noch gigantischeren Herrschersitzes, von dem der süchtige Reichsmarschall bis zum Ende träumte.

Film von Daniel Ast, Jürgen Ast, RBB/2016

21.00/1.30 Uhr Görings Ministerium - Geschichte einer deutschen Machtzentrale

Das heutige Finanzministerium wurde 1935 als Reichsluftfahrtministerium von Hermann Göring eingeweiht. Görings ehemaliges Ministerium - ein Haus der Macht und Machtausübung seit 80 Jahren. Archivaufnahmen ermöglichen eine spannende Reise zurück in die Geschichte von Görings einstiger Machtzentrale. Zum ersten Mal wird dieses riesige Gebäudeensemble filmisch umfassend dokumentiert, kommen Zeitzeugen zu Wort, die hier gearbeitet haben und so die Umbrüche der Geschichte hautnah erlebten.

Das modernste und größte Bürogebäude Europas mit Tausenden von Räumen und Festsälen, die Bahnhofshallen Konkurrenz machten, Bunkern, einem eigenen Wasserwerk und Versorgungseinrichtungen für die Angestellten, funktionierte wie eine Stadt. Unter Hermann Göring wurden hier die Luftschlachten des Zweiten Weltkriegs geplant. 1945 übernahmen die Sowjets den kilometerlangen Gebäudekomplex und vier Jahre später, am 7. Oktober 1949, wurde im Großen Festsaal die DDR gegründet. Am gleichen Ort beteuerte Walter Ulbricht 1961, dass niemand die Absicht hätte, eine Mauer zu errichten. Nach dem Fall der Mauer und dem Ende der DDR zog die Treuhand in das Gebäude ein und wickelte die DDR Wirtschaft ab. Heute werden in dem monumentalen Bau die Finanzen der Bundesrepublik gemanagt.

Film von Gabriele Denecke, RBB/2016


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