Dokumentation

Mittwoch, 15. November 2017, 20.15 Uhr

Leben auf dem Vulkan - Die andere Seite der Feuerberge

Der Tavurvur Vulkan vor der Küste Papua Neuguineas gilt als einer der launischsten Feuerberge der Welt. Sicher ist nur eines: Immer wieder überzieht er seine Nachbarinseln abwechselnd mit seinem Ascheregen.; Bild: PHOENIX/ZDF/Saint Thomas Productions' (S2)   Der Tavurvur Vulkan vor der Küste Papua Neuguineas gilt als einer der launischsten Feuerberge der Welt. Sicher ist nur eines: Immer wieder überzieht er seine Nachbarinseln abwechselnd mit seinem Ascheregen.

Vulkane gelten vor allem zerstörerisch. Sie bedrohen Menschen, Tiere und ganze Kontinente durch Explosionen, Lavaströme und giftige Gase. „Terra X“ zeigt jedoch eine andere Seite der Feuerberge. Im Verlauf der Erdgeschichte schufen Vulkane immer wieder Landschaften und Lebensräume. Sie spielten nicht nur eine bedeutende Rolle bei der Entstehung des Lebens selbst, sondern formten immer neue Landmassen und trieben so die Evolution vieler Arten voran. Keine andere Naturgewalt hat einen so großen Anteil an der Gestaltung und Umgestaltung der Welt wie die gigantischen Feuerberge.

Internationale Kamerateams zeigen Vulkane rund um den Globus und spüren Lebewesen auf, die sich auf erstaunliche Weise an das Leben in Asche und Glut angepasst haben. Bereits bestimmte Dinosaurierarten ließen ihre Eier von der vulkanischen Hitze ausbrüten. Heute tun dies noch immer einige Reptilien und Vögel, wie beispielsweise das Thermometerhuhn in Indonesien. Aufwändige Computeranimationen erwecken die Dinos zum Leben und zeigen, wie sie die Energie der Vulkane zu ihrem Vorteil nutzten.

In der Tiefsee erkundet „Terra X“ die verschiendenen Lebensgemeinschaften auf dem Meeresgrund. An den Hängen der Unterwasservulkane soll hier einst das Leben entstanden sein, aber auch heute sind noch lange nicht alle Geheimnisse der Tiefseegeschöpfe gelüftet.

Manche Tiefseebewohner orientieren sich offenbar an den Geräuschen, die ein Unterwasser-Schlot von sich gibt. Wird das Brodeln unter dem Meeresboden zu stark, verlassen Tiefseegarnelen ihren angestammten Vulkan und treiben so lange mit den Strömungen durch den Ozean, bis ihnen die Geräuschkulisse eines anderen besser gefällt. Sicher soll der neue Wohnort sein und über ausreichend Hitze und Chemikalien verfügen. Alle nötigen Informationen entnehmen die winzigen Krustentiere dem Sound der Feuerberge.

Extrem an das Leben auf dem Vulkan ist eine Sittichart angepasst, die sich auf dem Masaya niedergelassen hat, dem höchsten Vulkan Nicaraguas. Jeden Morgen erhebt sich der grüne Vogel wie ein Phönix aus der Asche seiner heißen Bruthöhle. Niemand weiß bisher, wie es der Vogel in dieser unwirtlichen Umgebung schafft, seine Jungen aufzuziehen. Allein die Konzentration von Schwefel in der Luft sollte den grünen Flieger zum Absturz bringen.

Film von Ruth Omphalius, ZDF/2014


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