Programmhinweis

Dienstag, 11. Juli 2017 - Mittwoch, 12. Juli 2017

Dienstag, 11. Juli 2017, 20.15 Uhr

Dienstag, 11. Juli 2017, 21.00 Uhr

Mittwoch, 12. Juli 2017, 20.15 Uhr

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Auf schmaler Spur durch Indien (1/3&2/3)

20.15 Uhr 1/3: Die Kalka-Shimla Bahn

Ihre Streckenführung ist eine Auflistung von Superlativen: Auf knapp 100 Kilometern durch die spektakuläre Gebirgslandschaft in den Ausläufern des Himalayas klettert die Kalka-Shimla-Bahn rund 1.500 Meter in die Höhe, dabei passiert sie 103 Tunnel, fährt über 864 Brücken und durch 919 Kurven. Nur die Fahrzeit ist nicht rekordverdächtig: Rund sechs Stunden ist die Kalka-Shimla-Bahn unterwegs auf ihrer 96,5 Kilometer langen Strecke. Trotzdem - oder genau deswegen - lieben die Anwohner sie genauso wie die Eisenbahntouristen, die ihretwegen in den Norden Indiens kommen.

Erbaut im Jahr 1891 führt die Strecke der Kalka-Shimla-Bahn von der Kleinstadt Kalka nach Shimla, der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Himachal Pradesh. Das auf rund 2.200 Meter Höhe gelegene Shimla gehörte früher zum nepalesischen Königreich und besitzt ein angenehm frisches Klima, weswegen die britische Kolonialregierung diese Stadt auch als Sommerresidenz nutzte. 1914 fanden in Shimla die britisch-chinesisch-tibetischen Verhandlungen über die künftige Grenzziehung Tibets statt, und noch einmal im Jahr 1971 stand Shimla im Mittelpunkt des politischen Geschehens: Nach dem Bangladesh-Krieg unterzeichneten hier der pakistanische Staatspräsident Bhutto und die indische Premierministerin Indira Gandhi das Shimla-Abkommen, in dem die Waffenstillstandslinie in der umstrittenen Kaschmir-Region festgelegt wurde, die bis heute gilt. Neben diesen politischen Meilensteinen, für die die Gebirgsstadt berühmt ist, ist Shimla auch als touristisches Ziel für einheimische und ausländische Besucher bekannt. Einen wesentlichen Anteil daran trägt die mitunter abenteuerliche, an schroffen Steilhängen entlang führende Bahnstrecke. Vor allem wegen ihrer zahlreichen architektonisch wertvollen Brücken steht die Kalka-Shimla-Bahn auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Der inzwischen von Dieselloks deutscher Herkunft angetriebene „Toy Train“ mit seiner kühnen Streckenführung ist ein Zeugnis britischer Ingenieurskunst. Ein Überbleibsel der Kolonialherren, welches von den Indern gern übernommen wurde.

 

21.00 Uhr 2/3 Die Kangra Valley-Bahn

Das Kangra-Tal im Norden Indiens hat einen ganz besonderen Charme. Mit seinen versprengten Weilern vor der Kulisse des Himalayas, seinen Terrassenfeldern und Schmelzwasserbächen ist es geradezu eine Märchenlandschaft. Der allgegenwärtige Kontrast zwischen den schneebedeckten Gipfeln und dem Gold und Grün der farbigen Felder im Tal ist einzigartig. Mitten durch dieses grandiose Tal fährt die Kangra-Valley-Bahn auf einer 164 Kilometer langen Strecke zwischen Pathankot und Baijnath – über insgesamt 971 Brücken und durch nur zwei Tunnels. Die Vorgaben bei ihrem Bau 1929 waren eindeutig: „Optischer Einklang mit der Natur“ lautete das oberste Ziel.

Betagte Schmalspur-Diesellokomotiven ziehen die kleinen hell- und dunkelblau gestrichenen Waggons, die mit den Jahren ein wenig angerostet sind, durch eines der schönsten Täler Indiens. Die Bahn dient Touristen, aber auch und vor allem den Anwohnern des Tals als Beförderungsmittel. Das Kangra-Tal, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, ist ein Sammelsurium historischer und spiritueller Plätze und Tempel. Vor 200 Jahren entstand hier eine feine Miniaturmalerei, bekannt für ihre Detailgenauigkeit. Eines der wichtigsten Heiligtümer im Norden Indiens liegt etwa 30 Kilometer von der Stadt Kangra entfernt, der Jwalamukhi Devi-Tempel. Eine weitere touristische Attraktion ist das Nurpur Fort. Die Strecke der Kangra Valley-Bahn führt durch den nordindischen Bundesstaat Himachal Pradesh. Die Höhenlagen reichen von 350 bis 7.000 Meter. Fast 70 Prozent besteht aus großflächigen Waldgebieten, davon stehen 90 Prozent unter Naturschutz. Einzigartig in Indien ist, dass hier die Landwirtschaft den Eigenverbrauch des ganzen Bundesstaates deckt.

20.15 Uhr 3/3: Die Matheran-Hill Bahn

Matheran im Westen Indiens liegt nur wenige Kilometer von der Millionenmetropole Mumbai auf einem Tafelberg in rund 800 Metern Höhe. Die Matheran-Hill-Bahn führt auf einer abenteuerlichen Strecke aus dem fast auf Meereshöhe gelegenen Neral in den beliebten Luftkurort. Diese Folge stellt die  Schmalspurbahn und ihre kühne Streckenführung vor und erzählt  die Geschichte ihrer Entstehung. Der Film ist darüber hinaus auch ein lebendiges Portrait des quirligen Kurortes Matheran, seiner Bewohner und Gäste und der faszinierenden Landschaft, in die dieser ungewöhnliche Ort eingebettet ist.

Die frische Luft, die schattigen Wälder und die zahlreichen, von Wanderwegen erschlossenen Aussichtspunkte machen Matheran zu einem begehrten Ausflugsziel für indische und ausländische Besucher. Besonderes Kennzeichen Matherans ist allerdings die Abwesenheit von Autos und Motorrädern, sie dürfen nicht in den rund 5.000 Einwohner zählenden Ort. Wer die kaum enden wollenden Hupkonzerte indischer Großstädte gewohnt ist, mag sich hier vorkommen wie im Paradies. Schon bevor ruhesuchende Großstädter die Vorzüge dieses Ortes entdeckten, war es ein indischer Geschäftsmann, der gern die frische Luft des Bergortes genoss und Ende des 19. Jahrhunderts häufig auf dem Pferd hierher kam. Um die Anreise nach Matheran auch für normale Bürger einfacher zu machen, begann er 1901 mit dem Bau der Matheran-Hill-Bahn. Es entstand eine Schmalspurbahn, die in zwei Stunden auf rund 20 Kilometern atemberaubender Strecke aus Neral in den über 700 Meter höher gelegenen Kurort führt. Dabei gelang das Kunststück, einen Zickzack-Kurs mit zahlreichen engen Kurven entlang der steilen Bergflanke zu führen, der nur einen einzigen Tunnel erforderlich machte. Und dieser ist auch noch so kurz, dass er den Beinamen „One-Kiss-Tunnel“ führt.

 

 

Filme von Peter Weinert, HR/2012


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