Dokumentation

Montag, 01. Mai 2017, 20.15 Uhr

Doku-Thementag: "Angelockt und abgezockt - der Verbraucherthementag"

20.15/1.30 Uhr Krebs: Das Geschäft mit der Angst - Gefährliche Folgen alternativer Behandlung

Wenn es um lebensbedrohliche Krankheiten wie Krebs geht, sind Patienten und ihre Angehörigen bereit, alles zu tun – und alles zu zahlen – was Linderung bringen könnte. Der Film geht der Frage nach, wie durch fragwürdige alternative Behandlungsmethoden die Angst der Patienten ausgenutzt wird und wie die Krebspatienten sogar gezielt getäuscht werden.

Doch hinter dem schönen Schein verbergen sich oft Mittel und Methoden, die keine Wirkung zeigen, im schlimmsten Fall sogar schädlich sind. Quacksalber und Scharlatane spielen mit den Ängsten und Hoffnungen der Kranken – und machen Kasse mit falschen Heilversprechen.

Die an Brustkrebs erkrankte Irit Lauven legt ihre ganze Hoffnung in die so genannte Galvanotherapie. Mit Hilfe von Strom will ein Heilpraktiker ihre Tumore zum Schrumpfen bringen. Doch trotz der angeblichen Erfolge, die er in Zusammenarbeit mit einem Röntgeninstitut verspricht, geht es Irit Lauven immer schlechter. Kurz vor ihrem Tod merkt sie, dass sie auf einen Scharlatan hereingefallen ist und erstattet Anzeige. „Für mich ist das ganz klar eine Körperverletzung“, sagt ihre Anwältin Maia Steinert. Doch lässt sich das auch vor Gericht beweisen?

Welche zum Teil abstrusen Therapien Heilpraktiker und Ärzte krebskranken Patienten anbieten, hat Filmautorin Claudia Ruby in einer monatelangen Undercover-Recherche herausgefunden. Sie besuchte mehrere „alternative“ Praxen und Kliniken und präsentierte dort einen Krebspatienten, der mit klassischer Chemo- und Strahlentherapie gut heilbar wäre. Aus den medizinischen Unterlagen ging das eindeutig hervor, doch die „Heiler“ setzten stattdessen auf Heilmusik, Aprikosenkerne, Kaffeeeinläufe und Krebsdiäten. Ratschläge, die für einen echten Betroffenen den sicheren Tod bedeuten würden…

Der Film liefert schockierende Einblicke in das Geschäft der angeblich sanften Medizin.

Film von Claudia Ruby, SWR/2016

21.00/2.15 Uhr Kann ich meinem Arzt vertrauen? - Fragwürdige Diagnosen und unnötige Operationen

Sind immer mehr Operationen wirklich sinnvoll, oder wird hier auf Kosten der Patienten Kasse gemacht? Gerd Müller kann nur noch 200 Meter gehen, ohne eine Pause zu machen. Er hat seinem Arzt vertraut und sich operieren lassen. Danach kam der Schock: Der Operateur hat nicht nur sein Handwerk nicht beherrscht, die Operation war wahrscheinlich auch unnötig. Viele Patienten fragen sich, ob sie ihrem Arzt trauen können und welche Interessen er verfolgt. Denn das Gesundheitssystem fördert eher die schnelle Operation als die langsame Heilung.

Seitdem IGeL (individuelle Gesundheitsleistungen) in den Praxen angeboten werden, ist für die Patienten kaum mehr zu durchblicken, was ihrer Gesundheit dient und welche Behandlung eher dem Einkommen des Arztes nutzt. Dr. Bernhard Winter ist niedergelassener Internist. Er warnt: Das Vertrauen des Patienten werde zerstört, wenn der Arzt zum Verkäufer wird. Für den Film begibt sich Dr. Winter auf ein Verkaufsseminar für Ärzte. Hier sollen sie lernen, ihre Leistungen anzubieten und privat abzurechnen. Er deckt auf, welche Strategien Ärzte anwenden, um Patienten über den Tisch zu ziehen.

Film von Lothar Zimmermann, SWR/2016

21.45/3.00 Uhr OP gelungen - Patient tot Lebensgefahr durch neue Krankenhaus-Keime

Krankenhausinfektionen im Keim ersticken: Das ist die Maxime von Prof. Alexander Friedrich, Arzt und Mikrobiologe in Groningen/Niederlande. Er weiß: Es müsste und könnte viel mehr getan werden, um Infektionen durch Keime in Krankenhäusern zu verhindern.; Bild: PHOENIX/WDR/Längengrad Filmproduktion/Michael Kern' (S2).   Krankenhausinfektionen im Keim ersticken: Das ist die Maxime von Prof. Alexander Friedrich, Arzt und Mikrobiologe in Groningen/Niederlande. Er weiß: Es müsste und könnte viel mehr getan werden, um Infektionen durch Keime in Krankenhäusern zu verhindern.

Operationen können Leben retten, stellen aufgrund von Krankenhauskeimen aber auch eine tödliche Gefahr dar. Jahr für Jahr infizieren sich rund eine Million Patienten in Deutschland mit Krankenhaus-Keimen. Bis zu 40.000 Menschen sterben daran, so die Schätzung der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene. Die Gefahr wächst durch neue Keime, gegen die kein Antibiotikum hilft. Mediziner und Gesundheitspolitiker schlagen Alarm. Der Film begleitet den tragischen Krankheitsverlauf einer jungen Patientin nach einer Kaiserschnitt-Entbindung und begibt sich auf eine investigative Recherche hinter die sauber anmutenden Fassaden unserer Krankenhäuser.

Der Blick hinter die Kulissen der Hospitäler zeigt ein erschreckendes Bild: Tagtäglich werden die gesetzlichen Vorschriften missachtet – und alle Beteiligten wissen das. „Wir verstoßen gegen das Gesetz“, so sagt uns ein leitender Krankenhausarzt, „weil es zu wenig Pflegepersonal gibt, um die wichtigen Hygienevorschriften auch einzuhalten“.

Hinzu kommt Platzmangel. Patienten mit Keimen können nicht isoliert werden, wie es das Infektionsschutzgesetz vorschreibt. Oft werden Risikopatienten deshalb nicht mal auf Keime untersucht. Nicht selten trifft in deutschen Krankenhäusern High-Tech-Medizin auf Hygiene von vorgestern. Zum Frust vieler Ärzte. Denn fehlerhafte Hygiene kann die Erfolge der besten Medizin zu Nichte machen. Hinzu kommt: Wird ein Patient mit gefährlichen Keimen infiziert, fehlen in den meisten deutschen Krankenhäusern die Spezialisten, um die zum Teil lebensbedrohlichen Infektionen zu behandeln.

Dass und wie es anders geht, wenn Hygiene Priorität besitzt, zeigen Beispiele aus den Niederlanden und vorbildlich organisierte deutsche Kliniken. Denn hier wissen Experten und Praktiker: Die beste OP und Medizin nutzt nichts, wenn die Verbreitung von Krankenhaus-Keimen nicht gestoppt wird.

Film von Meike Hemschemeier, WDR/2016


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