Dokumentationnt

Samstag, 08. April 2017, 22.30 Uhr

Die Anwälte – Eine deutsche Geschichte

Die Anwälte - Eine deutsche GeschichteDie Rechtsanwälte Hans-Christian Ströbele (l) und Otto Schily unterhalten sich während eines Prozesses mit ihrem Mandanten Horst Mahler (M) in Berlin-Moabit im Oktober 1972.; Bild: PHOENIX/WDR/picture alliance/dpa' (S3)   Die Anwälte - Eine deutsche GeschichteDie Rechtsanwälte Hans-Christian Ströbele (l) und Otto Schily unterhalten sich während eines Prozesses mit ihrem Mandanten Horst Mahler (M) in Berlin-Moabit im Oktober 1972.

Ein Foto, das drei Männer in einem Berliner Gerichtssaal abbildet, als Ausgangspunkt für einen Film: Otto Schily, Hans-Christian Ströbele und Horst Mahler Anfang der 70er Jahre. Mahler ist der Angeklagte, die beiden anderen sind seine Verteidiger. Damals sind alle drei Anwälte der linken außerparlamentarischen Opposition. Sie kritisieren die Macht der Alt-Nazis in der jungen Bundesrepublik und die US-amerikanische Vietnamkriegspolitik. Die drei Anwälte wollen den Staat verändern. Uneins sind sie sich über den Weg dorthin. Horst Mahler hat sich der RAF angeschlossen, die beiden anderen kämpfen mit Worten. Birgit Schulz‘ Film wurde 2011 im dem Adolf Grimme-Preis in der Kategorie „Information“ ausgezeichnet.

Heute ist der eine SPD-Bundesinnenminister a. D., der andere ist das linke Gewissen der Grünen im Bundestag und der Dritte einer der Anführer der rechten Szene. Sie decken das ganz politische Spektrum der Bundesrepublik ab: Ströbele ist der unbeirrbare Linke, Schily der Bürgerliche in der konservativen Mitte, Mahler der Rechtsextreme. Schily und Ströbele gehen sich aus dem Weg, Mahlers Nähe meiden sie beide.

Der Film verfolgt die Biografien von drei Männern, die einer Generation angehören und die sich in derselben bundesdeutschen Wirklichkeit entwickelt haben. Die Regisseurin Birgit Schulz untersucht, was diese Männer geprägt hat, was sie in Bezug auf ihre politischen Ideale verbunden hat, und an welchen Punkten die drei unterschiedliche Wege eingeschlagen haben, um am Ende Gegner zu werden. Dabei verübeln alle drei dem jeweils anderen den Weg aus der gemeinsamen Geschichte.

Der Film erzählt zunächst von großen Lebensträumen, dann von Entfremdungen, Verletzungen und aufgekündigten Beziehungen und zu guter Letzt von neuen Träumen. Während der Dreharbeiten wurden die drei mehrere Tage lang interviewt. Im Verlauf der Gespräche kommt es dabei zu vielen intimen und berührenden Aussagen, die diese deutsche Geschichte in die Tiefe führen.

Fast erscheint was in den einzelnen Biografien auf den ersten Blick widersprüchlich aussieht, im Verlauf des Films logisch. Denn in sich und getrennt voneinander haben alle drei Lebensläufe eine gewisse Konsequenz - zumindest behauptet jeder der drei, sich treu geblieben zu sein...

 

In seinem Blog "Wolf sieht fern" schreibt Fernsehkritiker Fritz Wolf über den Dokumentarfilm von Birgit Schulz (WDR/2011). Die ganze Rezension finden Sie hier.


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