Dokumentation

Freitag, 26. Januar 2018, 20.15 Uhr

Königliche Dynastien

20.15/0.45 Uhr Königliche Dynastien: Die Coburger

Die Coburger begründeten die Königshäuser von Belgien und Bulgarien und herrschten in England und Portugal. Sie regierten als sächsische Kurfürsten und Coburger Herzöge. Geschickte Heiratspolitik machte sie zeitweise zur bedeutendsten Herrscherdynastie Europas. Bis heute sitzen Coburger auf den Thronen Europas.

Als König Philippe im Juli 2013 sein Amt antritt, ist es auf den Tag genau 182 Jahre her, dass sein deutscher Vorfahr Leopold I. erster Monarch der Belgier wurde. Der galante Prinz aus Oberfranken war eine gute Wahl für das neu gegründete Königreich, so denkt die Mehrheit der Belgier auch heute noch über ihn. Das Urteil über seinen Sohn sieht anders aus, Leopold II. steht für eines der größten Verbrechen in Zentralafrika: die sogenannten "Kongogräuel". Erst allmählich arbeiten die Belgier dieses dunkle Kapitel ihrer Geschichte auf, das einige Jahre vor dem Ersten Weltkrieg sein Ende fand.

Während dieses Krieges standen sich Coburger an allen Fronten gegenüber. In Großbritannien saß König George V. auf dem Thron, ein Enkel der legendären Königin Victoria und ihres Mannes, Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Lange hielt George an seinen deutschen Wurzeln fest. Doch als 1917 in Gotha gebaute deutsche Flugzeuge Bomben über London abwarfen, kappte er die familiären Bande und änderte für sich und seine Nachfahren den Familiennamen "Saxe-Coburg-Gotha" in den Kunstnamen "Windsor".

Film von Julia Melchior, ZDF/2017

21.00/1.30 Uhr Königliche Dynastien: Die Oranier

Die Dokumentation erzählt von den deutschen Wurzeln des Hauses Oranien-Nassau und spiegelt die Wendepunkte der niederländischen Geschichte: vom dramatischen Freiheitskampf gegen die Spanier, über die dynastische Krise im 19. Jahrhundert bis hin zum modernen Selbstverständnis der jungen Königsfamilie.

Vor jedem Spiel ihrer Nationalelf werden die Niederländer daran erinnert: Ihre Königsfamilie stammt aus Deutschland. Denn wenn die Spieler die Nationalhymne anstimmen, singen sie "Wilhelmus von Nassouwe (Nassau), bin ich von deutschem Blut..." Dieser Wilhelm von Oranien, 1533 auf Schloss Dillenburg im Westerwald geboren und nach eigenen Worten "ein waschechter Deutscher", hätte sich zu Lebzeiten nicht träumen lassen, in den Niederlanden einmal als "Vater des Vaterlandes" verehrt zu werden. Voll Stolz beruft sich auch König Willem-Alexander auf den Mann, der den Niederlanden die Freiheit brachte.

Dabei spielte dem Nassauer das Schicksal in die Hände: Mit elf Jahren erbt Wilhelm von einem Cousin das Fürstentum Orange in Frankreich sowie große Ländereien in den Niederlanden. Der dazugehörige Titel macht aus ihm einen der bedeutendsten Adeligen seiner Zeit, den Fürsten von Oranien. Es ist das Ende seiner Kindheit und der Anfang einer beispiellosen Karriere. Doch die hat ihren Preis: Wilhelm muss seine Familie verlassen und an den Hof Kaiser Karls V. ziehen, der damals über die Niederlande herrscht. Der Habsburger macht aus dem Protestanten einen kaisertreuen Katholiken. Karls Sohn und Nachfolger König Philipp II. erhebt den Oranier später sogar zum Statthalter. Wilhelm soll vermitteln zwischen den Niederländern und dem katholischen Monarchen, der die Rechte der Stände beschneiden will und mit brachialer Gewalt gegen aufständische Protestanten vorgehen lässt. "Man hat damals in ganz Europa gesagt: Wenn Spanien sich bewegt, dann zittert der Erdkreis, und gegen diesen Riesen sind die Niederlande aufgestanden", resümiert der Historiker Christoph Driessen. Wilhelm von Oranien muss Position beziehen. Er stellt sich auf die Seite der Rebellen und riskiert für die Freiheit des Landes nicht nur Hab und Gut, sondern auch Kopf und Kragen. Wilhelms Mut ist es zu verdanken, dass am Ende des langen Kampfes eine Bürgerrepublik gegründet wird – die erste ihrer Art.

Film von Annette Koehler und Ursula Nellessen, ZDF/2017


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