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phoenix-Preis für Dokumentarfilmer Kevin Macdonald

Der phoenix-Preis 2017 geht an den schottischen Dokumentarfilmer und Regisseur Kevin Macdonald. Der Ereignis- und Dokumentationskanal phoenix zeichnet Macdonald für seine viel beachteten Dokumentarfilme über Persönlichkeiten und Ereignisse des Zeitgeschehens aus. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird beim Film Festival Cologne verliehen.

In seinen Filmen setzt sich Macdonald mit Wendpunkten der Zeitgeschichte sowie mit Rassismus und Machtmissbrauch auseinander. Ein Beispiel ist sein Film „Ein Tag im September“ über den Mord an israelischen Athleten bei den Olympischen Spielen 1972 in München. Dafür wurde er 1999 mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet. phoenix-Dokumentationschef Jean-Christoph Caron hebt hervor, wie viel Hartnäckigkeit und Ausdauer Macdonald mit diesem Film beweist. „Jeder Filmemacher weiß, die Recherche, die hinter einem Film steckt, und den Kontakt zu Zeitzeugen dieser Ereignisse herzustellen, ist ebenso wichtig und herausfordernd wie die Dreharbeiten selbst – manchmal sogar das wichtigste“, sagte Caron in seiner Laudatio.

Mit seinem Filmprojekt „Life in a day“ inspirierte Macdonald weltweit Medien- und Filmemacher. Der Dokumentarfilm zeigt Szenen aus dem alltäglichen Leben vieler Menschen – ausgewählt aus Tausenden Stunden Filmmaterial, das von mehr als 80.000 Menschen aus 190 Nationen eingereicht wurde. „Ein Beispiel für die neuen Möglichkeiten für Filmemacher in der digitalen Welt“, so Caron.

Eine weitere herausragende Macdonald-Dokumentation ist „My Enemy’s Enemy“ (2007) über den ehemaligen Gestapo-Kommandeur Klaus Barbie („Schlächter von Lyon“), der nach Kriegsende jahrelang für westliche Geheimdienste tätig war. „Dieser Film öffnet unsere Augen für die dunkle Seite des Kalten Krieges“, sagt Caron und erklärt: „Solche komplexen Themen brauchen die Tiefe und Intensität eines langen Dokumentarfilms.“ Das Medium Film eröffne die Möglichkeit, viele Perspektiven zu politischen, gesellschaftlich wichtigen Diskussionen und Problemen gegeneinander zu stellen.

Neben zahlreichen Dokumentarfilmen für Fernsehen und Internet hat Macdonald als Regisseur auch Kinofilme realisiert, darunter mit den Hollywoodgrößen Donald Sutherland, Forest Whitaker, Russel Crowe sowie Ben Affleck.

Beim internationalen Film Festival Cologne werden neben Kevin Macdonald unter anderem Jane Campio (Filmpreis Köln), Margarethe von Trotta (TV Spielfilm-Preis) und Sean Bean (The Hollywood Reporter Award) geehrt.

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Fr, 06.10.17, 20.00 Uhr

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