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Kriminologe Pfeiffer: Gewalt bei jungen Muslimen und jungen Deutschen rückläufig

Bonn, Hannover 13. Mai 2013 – Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, hat mit Blick auf den Prozessbeginn im Fall Jonny K. zur Besonnenheit beim Thema Jugendgewalt bei Muslime gemahnt. „Es ist richtig, dass junge Muslime, gemessen an jungen Deutschen, etwas häufiger Gewalttaten verüben“, sagte er im PHOENIX-Interview. Dies sei jedoch kein Wunder angesichts der schwierigen sozialen Umstände, aus denen sie kämen, so Pfeiffer weiter. „Insgesamt ist auch bei Muslimen die Gewaltkriminalität rückläufig, wie auch bei Deutschen.“ Es gebe keinen Anlass zum „Dramatisieren“. Tötungsdelikte und schwere Gewalttaten Jugendlicher gingen in Deutschland zurück, auch in Berlin, fügte Pfeiffer hinzu.

Die mit Aufregung geführte Debatte über Jugendgewalt vor dem Prozess in Berlin sieht Pfeiffer gelassen: „Die Emotionen waren im Vorfeld verständlicherweise sehr groß. Wenn der Prozess beginnt, dann gehen die Dinge ihren normalen Gang. Ich hoffe, dass man die Emotionen einigermaßen aus dem Prozess raushalten kann.“

Dass sich die Angeklagten in diesem Verfahren gegenseitig beschuldigen, sei kein Problem: „Da vertraue ich auf die erfahrenen Richter und die Staatsanwaltschaft. Das kriegen die normalerweise schon hin.“

Über die Urteile gegen jugendliche Gewalttäter zeigte sich Pfeiffer grundsätzlich zufrieden: „Unsere Gerichte urteilen da mit einem gewissen Mittelmaß. Insgesamt stimmt die Linie sehr gut“, betonte er.

Mo, 13.05.13, 18.50 Uhr

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