Programmhinweis Im Dialog

Freitag, 10. November 2017, 22.30 Uhr

Wolf Biermann im Gespräch mit Michael Krons

„Ich war immer ein Optimist, das ist meine Geburtskrankheit“, so der Liedermacher Wolf Biermann, der in der Sendung „Im Dialog“ mit Michael Krons überraschende Einblicke in sein aufsehenerregendes Leben gibt.

Der Dichter Wolf Biermann spricht an Orten in Hamburg, die für sein Leben prägend waren, über seine kommunistische Familie, über den Tod seiner Angehörigen im KZ, über die prägende Rolle seines Vaters und seinen künstlerischen Ursprung in einer großbürgerlichen Hamburger Villa.

Biermann ist für Deutschland zuversichtlich, was den Umgang mit neuen Problemen wie dem Aufkommen von populistischen und nationalen Stimmungen angeht. Er empört sich: „Die AfD-Leute spielen sich ja auf, als seien sie die legitimen Fortsetzer der Leute, die auf die Straße gingen und sagten: Wir sind das Volk. Das ist aber fake.“

Der Populismus sei in den neuen Ländern auch deshalb so stark, weil die „Diktatur nicht gerade eine Gelegenheit ist, Toleranz und Demokratie zu lernen“, so Biermann. Man würde in der Diktatur leiden, aber wenn sie vorbei sei, würde man merken, „wie wunderbar bequem es war.“ Freiheit sei für ihn ein sehr widersprüchliches Wort: „Es heißt nämlich außerdem, ich bin jetzt verantwortlich für mich selber. Aber genau das habe ich ja in der Diktatur nicht gelernt. Das ist sehr schwer. Und das dauert eben leider etwas länger.“

Mit Blick auf sein Leben in der DDR erklärt Biermann, er habe nichts erlitten: „Die haben mehr unter mir gelitten. Ich bin kein Opfer. Ich bin mehr ein Täter, im allerbesten Sinne. Für mich war das das Glück meines Lebens. Ich komme doch aus einer Kommunistenfamilie. Also, was wäre aus mir geworden?“


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