Dokumentation

Dienstag, 27. Februar 2018, 20.15 Uhr

Zweiter Weltkrieg (1/2 & 2/2)

20.15/0.45 Uhr Zweiter Weltkrieg (1/2) Der erste Tag

 Im polnischen Gostyn; beobachtet der Zeitzeuge Marian Sobkowiak, wie angesehene Bürger seiner Stadt Ende 1939 zu ihrer Hinrichtung auf den Marktplatz geführt werden.; Bild: PHOENIX/ZDF/Fotoloft-MaciejRusinek' (S2)   Im polnischen Gostyn; beobachtet der Zeitzeuge Marian Sobkowiak, wie angesehene Bürger seiner Stadt Ende 1939 zu ihrer Hinrichtung auf den Marktplatz geführt werden.

Vor fast 80 Jahren begann mit dem Überfall Hitler-Deutschlands auf Polen der schlimmste Krieg der Weltgeschichte. Er begann am 1. September 1939 mit einer Lüge, die den deutschen Überfall legitimieren sollte: „Seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen“. Weder war der Angriff ein Akt der Gegenwehr – der Vorwand war von NS-Tätern selbst inszeniert – noch stimmte die Zeitangabe. Schon zuvor hatte die deutsche Luftwaffe ein Flächenbombardement auf eine polnische Kleinstadt begonnen und tötete in drei Angriffswellen über tausend Zivilisten. Es waren die Vorboten eines beispiellosen Vernichtungskrieges.

Der erste Teil der Dokumentation spiegelt die Kriegshandlungen um den 1. September und wirft einen Blick auf die Vorgeschichte des Krieges. Teil 2 führt vor Augen, wie die polnischen Bürger zu den Leidtragenden dieses Krieges wurden und wie sie die Besatzungszeit erlebten.

„Mein Vater glaubte, dass Warschau am sichersten für uns wäre und hatte meine Mutter, meine Schwester und mich dort hingeschickt“, erinnert sich Roman Polanski. Ein tragischer Irrtum, denn von Beginn des Krieges an bombardierte die deutsche Luftwaffe die polnische Hauptstadt. Eine Zeit der Angst begann. „Ich durfte nie meine Schuhe ausziehen, musste sogar in ihnen schlafen, damit wir möglichst schnell zum nächsten Luftschutzkeller flüchten konnten.“

Erinnerungen polnischer und deutscher Zeitzeugen machen den Film zu einem beklemmenden Dokument, das den Sturz in einen Abgrund der Zerstörung und Verluste vor Augen führt.

Film von Christian Frey, ZDF/2014

21.00/1.30 Uhr Zweiter Weltkrieg (2/2) Das erste Opfer

Als „Blitzkrieg“ blieb der deutsche Angriff auf Polen weithin im Gedächtnis. Doch als der Feldzug im Herbst 1939 nach sechs Wochen beendet war, ging für die meisten Polen der Krieg weiter. Viele wurden ermordet, weil sie Juden waren oder der heimischen Führungselite angehörten; verschleppt, weil sie Platz für deutsche Neusiedler schaffen sollten, zu Zwangsarbeit versklavt, um den größtmöglichen Ertrag aus dem unterworfenen Gebiet zu schöpfen. Keine Statistik oder historische Chronik vermag das so anschaulich zu vermitteln, wie die Berichte der unmittelbar Beteiligten auf beiden Seiten.

Regisseur Roman Polanski erzählt, wie er, der damals knapp zehnjährige Raymond Liebling, im ummauerten jüdischen Wohnbezirk von Krakau Tag für Tag mit Tod und Terror konfrontiert war. Seine Mutter musste Zwangsarbeit auf der Wawel-Burg leisten, wo als deutscher „Generalgouverneur“ Hans Frank residierte. Dessen jüngster Sohn Niklas schildert, wie sein Vater von der Burg herab das Besatzungsgebiet unterjochte, während sich seine Mutter im jüdischen Ghetto von Krakau günstig mit Pelzen versorgte.

In Danzig, wo der Krieg seinen Ausgang nahm, verlor die damals 16jährige Budzimira Wojtalewicz bereits am ersten Tag ihren Vater, dessen Patriotismus für ihn zum Todesurteil wurde. Wenig später verlor sie auch ihr Zuhause. Vom zwangsgeräumten Wohnraum im Besatzungsgebiet profitierten Neusiedler aus Deutschland.

Marian Sobkowiak, der als polnischer Widerständler die Hölle von Folter und Haft durchleben musste, setzt sich heute für Versöhnung zwischen den Nachbarländern ein. Als Verfolgter hat er erlebt, dass unter den Deutschen auch Regimegegner waren, die ihm das Leben retteten.

Film von Peter Hartl, ZDF/2014


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