Dokumentation

Samstag, 03. Februar 2018, 20.15 Uhr

Königliche Dynastien

20.15/3.45 Uhr Königliche Dynastien - Die Wittelsbacher

Schloss Neuschwanstein - das 'Märchenschloss' von König Ludwig II. von Bayern. Es ist heute eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands.; Bild: PHOENIX/ZDF/Annette von der Heyde' (S2)   Schloss Neuschwanstein - das "Märchenschloss" von König Ludwig II. von Bayern. Es ist heute eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands.

Um die Dynastie der Wittelsbacher ranken sich viele Mythen, ihre Könige beflügeln noch heute die Phantasie der Menschen. Die Dokumentation porträtiert die wohl schillerndsten Herrschertypen. Den kulturbeflissenen König Ludwig I., der wegen seiner Affäre mit Lola Montez den Thron verlor, Märchenkönig Ludwig II., dessen Tod heute noch Rätsel aufgibt und Bürgerkönig Ludwig III., der zum Totengräber der bayerischen Monarchie wurde.

Was wäre Bayern ohne Schloss Neuschwanstein, München ohne Oktoberfest und die Ludwigstraße? Die Dynastie der Wittelsbacher, eines der ältesten europäischen Adelshäuser, hat Bayern geprägt und deutsche Geschichte geschrieben. In der Dokumentation porträtiert Annette von der Heyde die wohl schillerndsten Herrschertypen der Dynastie, spricht mit Nachfahren wie Franz Herzog von Bayern, seit 1996 Chef des Hauses Wittelsbach, über das Leben der Familie heute und den Umgang mit ihrer wechselvollen Geschichte.

Wäre Bayern noch eine Monarchie, dann wäre Franz heute König, denn auf ihre Thronrechte haben die Wittelsbacher nie verzichtet. Der Kunstliebhaber und Mäzen erlebte als Elfjähriger während des Dritten Reichs Gewalt und Todesangst in den Konzentrationslagern Sachsenhausen, Flossenbürg und Dachau, wohin die Nazis ihn und seine Familie verschleppten. 2014 war der Wittelsbacher, der in direkter Linie auch von den Stuarts abstammt, als King Francis II. im Gespräch - als Anwärter auf den schottischen Thron. Als „charmantes historisches Kuriosum“, lehnte Herzog Franz dieses Ansinnen freundlich ab.

Anhand ausgewählter Biografien reflektiert der Film die Geschichte der Wittelsbacher – vor allem im 19. und 20. Jahrhundert. Familienmitglieder gewähren persönliche Einblicke hinter die historischen Kulissen, Historiker beleuchten Höhen und Tiefen der noch immer von vielen Mythen umrankten Vergangenheit des Adelshauses.

Film von Annette von der Heyde, ZDF/2015

21.00/4.30 Uhr Königliche Dynastien - Die Glücksburger

Nomen est Omen, so heißt es. Für die Dynastie der Glücksburger mag dies zutreffen. Im Reich der dänischen Königin Margrethe II. und des norwegischen Königs Harald V. lebt – laut Weltglücksbericht von 2017 – die glücklichste Bevölkerung der Erde. Der Film zeigt, wie die heutigen Königsfamilien ihr Selbstverständnis noch immer aus dem historischen Erbe schöpfen. Luftaufnahmen vom Wasserschloss Glücksburg und dem historischen Schlachtfeld von 1864 vermitteln dem Zuschauer Eindrücke von entscheidenden Schauplätzen. Interviews mit Historikern, Journalisten und Königshausexperten zeichnen den Weg einer Dynastie nach, die stets mit der Zeit gegangen ist.

Der deutsche Prinz Christian von Schloss Glücksburg bei Flensburg ist Namensgeber und Stammvater der Dynastie. Dabei war es ein dynastischer Notfall, der den verarmten Prinzen 1863 als König Christian IX. in den regierenden Hochadel aufsteigen ließ. Als in Kopenhagen Mitte des 19. Jahrhunderts ein Thronfolger fehlte, fiel die Wahl auf ihn, einen Neffen der dänischen Königin. Der Deutsche, der Dänisch nur mit Akzent sprach, war anfangs wenig gelitten in Kopenhagen. Als nur zwei Monate nach seinem Amtsantritt der deutsch-dänische Krieg von 1864 ausbrach, in dessen Folge Dänemark zwei Fünftel seiner Landmasse verlor, musste der König unter Polizeischutz gestellt werden; so groß waren die Anfeindungen gegen ihn aufgrund seiner deutschen Herkunft.

Erst Jahre später gewann der König die Zuneigung der Dänen, auch weil es ihm gelang, seine sechs Kinder an die bedeutendsten Höfe Europas zu verheiraten. Als „Schwiegervater Europas“ versammelte er jeden Sommer die Monarchen von England, Russland und Schweden in seinem Schloss zum zwanglosen Beisammensein bei Kartenspiel und Fahrradfahren, rückte damit das im Kräftespiel der Mächte weniger bedeutsame Dänemark in den Fokus.

Auch in Norwegen hatten die Glücksburger Fortune. Als das Land 1905 nach der Unabhängigkeit von Schweden einen eigenen Monarchen suchte, erwählte es einen Enkel von König Christian IX. zum König. Als Haakon VII. regierte der Glücksburger Norwegen bis 1957. Der heutige norwegische König Harald V. ist sein Nachfahre.

Die deutsche Herkunft der Dynastie der Glücksburger ist fast vergessen, nicht aber die dunklen Kapitel der jüngeren Geschichte. 1940 besetzte die deutsche Wehrmacht Dänemark und Norwegen. Während Christian X., Enkel von Christian IX., im Land blieb und selbstbewusst an seiner Gewohnheit des täglichen Ausritts durch Kopenhagen festhielt, floh sein Bruder Haakon VII. vor der Übermacht der Deutschen und führte von London aus den Widerstand gegen Nazi-Deutschland an. 1945 wurden beide Monarchen in ihren jeweiligen Ländern als Symbolfiguren nationalen Widerstands geehrt.

Film von Annette von der Heyde, Claudia-Ulrike Wolters, ZDF/2017


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