Dokumentation

Samstag, 30. Dezember 2017, 20.15 Uhr

Der wilde Wald der Kaiserin

Ende des 19. Jahrhunderts ließ Kaiser Franz Joseph I. die Hermesvilla im Wiener Lainzer Tiergarten für Kaiserin Elisabeth errichten. 'Der wilde Wald der Kaiserin' zeigt die Geschichte der hier lebenden Tiere. Im Bild: junge Habichtskäuze.; Bild: PHOENIX/BR/Rilk Film' (S2)   Ende des 19. Jahrhunderts ließ Kaiser Franz Joseph I. die Hermesvilla im Wiener Lainzer Tiergarten für Kaiserin Elisabeth errichten. "Der wilde Wald der Kaiserin" zeigt die Geschichte der hier lebenden Tiere. Im Bild: junge Habichtskäuze.

Ende des 19. Jahrhunderts ließ Kaiser Franz Joseph I. die Hermesvilla im Wiener Lainzer Tiergarten für Kaiserin Elisabeth errichten. Heute strömen jährlich unzählige Touristen in den Park. Der Film zeigt die Geschichte der hier lebenden Tiere. Dazu zählen Wildschweine, Mufflons, Damwild und viele weitere Arten. Doch viele Tiere sind für die Besucher nicht zu sehen, ebenso wie sie einst unsichtbar für Elisabeth waren. So wie Eichenprozessionsspinner, Schusterkäfer, Feuersalamander oder vom Aussterben bedrohte Flusskrebse.

Im Laufe der Zeit hat sich der Gütenbach in den Untergrund eingeschnitten. Tiefe Gräben, sogenannte Tobel, sind entstanden. Sie sind der Lebensraum unterschiedlicher Mikroorganismen, beispielsweise von Libellenlarven, die jahrelang im Bachbett eingegraben auf Beute lauern, um dann mit ihrer Fangmaske blitzschnell nach Beute zu schnappen. Erst in Superzeitlupe wird diese perfekte Fangtechnik für das Auge sichtbar. In unmittelbarer Nähe zu den Larven findet die Geburt von Feuersalamandern statt. Ein Weibchen setzt ihre Jungen in den Gütenbach. Die Kleinen kommen mit Kiemen zur Welt und verbringen ihre ersten Monate unter Wasser.

Der wilde Wald der Kaiserin bietet auch perfekten Lebensraum für eine besonders schöne Eulenart. Vor rund 60 Jahren bei uns ausgestorben, wird der Habichtskauz in einem ambitionierten Wiederansiedelungsprojekt heute in seine alte Heimat zurückgeführt. Weitere winzige Vertreter der Fauna im Lainzer Tiergarten sind die Raupen des Eichenprozessionsspinners. Diese Schmetterlingsraupen formieren sich in der Abenddämmerung zu bizarren Karawanen und kriechen Eichenstämme aufwärts auf der Suche nach Futterplätzen in der Baumkrone. "Der wilde Wald der Kaiserin" enthüllt zudem das Liebesleben der bekannten knallroten Feuerwanzen an der ca. 22 Kilometer langen Tiergartenmauer. Wenn Sisi in ihrem Märchenschloss stimmungsvolle Gedichte verfasste, war sie dort auch von den Bildern der Natur umgeben. Zeitgenössische Malerfürsten wie Makart und die Brüder Klimt hatten auf Initiative des Kaisers das Schlafzimmer von Elisabeth in einen opulenten Naturraum verwandelt.

Film von Thomas Rilk, Andreas Laschober, BR/2014


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