Dokumentation

Donnerstag, 21. Dezember 2017, 22.15 Uhr

Das Weib soll schweigen - Die Reformatorin Katharina Schütz Zell

Die Reformation war keine reine Männersache, wie das Beispiel von Katharina Schütz Zell zeigt. Die Straßburgerin sucht wie Luther einen gnädigen Gott. Sie ist die erste Bürgerin, die einen Priester heiratet, den Münsterprediger und Reformator Matthäus Zell, in dem sie einen Seelenverwandten findet. Katharina Schütz Zell ist überzeugt, das Leben muss den Glauben bezeugen. Nachdem die Klöster in der Stadt aufgegeben werden und damit auch die Armenpflege, hilft sie mit, eine neue soziale Versorgung in der Stadt aufzubauen. Sie nimmt selbst Arme auf und wirbt bei anderen Bürgern für Unterkünfte und Spenden.

Am Vorabend der Reformation ist die Zahl der Geistlichen in Straßburg beachtlich. Ihr Ansehen in der Bevölkerung ist gering wegen ihres Reichtums, ihres ausschweifenden Lebenswandels und ihrer Vernachlässigung seelsorgerlicher Aufgaben. Die Bürger bezahlen eigene Prediger für gute theologische Predigten nach der Messe. So fallen die Lehren der Reformatoren auf fruchtbaren Boden. Erste Auswirkungen sind schon 1517 nachweisbar, was nicht verwundert, denn Straßburg ist das wirtschaftliche Zentrum im Südwesten, eine freie Reichsstadt und eine Druckerstadt.

Als 1524 im Bauernkrieg vor Straßburgs Toren 3.000 Bauern massakriert werden, hält Straßburg die Stadttore offen für die Überlebenden und die Frauen und Kinder. Allein Katharina nimmt 100 Flüchtlinge im Pfarrhaus auf, zum Teil für ein halbes Jahr.

Um die Reformation nicht nur durch Predigten und Schriften zu verbreiten, gibt Katharina Schütz 1534 ein Gesangbuch heraus, „dass die Lieder der Handwerksgesell bei der Arbeit, die Dienstmagd beim Schüsselwaschen, der Rebmann auf dem Acker und die Mutter dem weinenden Kind in der Wiege singe.“

Am 5. September 1562 stirbt Katharina Schütz Zell, die Frau mit dem großen theologischen Sachverstand und dem großen Herzen für Arme und Leidende.

Der Film lässt mit Zeichnungen, Originaltexten und dokumentarischen Teilen das Bild dieser Frau erstehen, von der es kein Abbild gibt.

Film von Ute-Beatrix Giebel, SWR/2017


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