Dokumentation

Montag, 27. November 2017, 20.15 Uhr

Roland Freisler - Hitlers williger Vollstrecker

Der Schauspieler Christoph Gottschalch in seiner Rolle als Roland Freisler während der Dreharbeiten zur MDR Historik-Serie 'Die Geschichte Mitteldeutschlands - Roland Freisler' am 04.04.2013 im Neuen Rathaus in Leipzig (Sachsen); Bild: PHOENIX/MDR/Andreas Lannder' (S2)   Der Schauspieler Christoph Gottschalch in seiner Rolle als Roland Freisler während der Dreharbeiten zur MDR Historik-Serie "Die Geschichte Mitteldeutschlands - Roland Freisler" am 04.04.2013 im Neuen Rathaus in Leipzig (Sachsen)

Roland Freisler und Carl Goerdeler: zwei Juristen, deren Lebensweg nicht unterschiedlicher sein könnte. In der Gegenüberstellung dieser beiden Biographien wird die Perfidie der nationalsozialistischen Justiz besonders deutlich.
Wer war Roland Freisler? Was trieb ihn an? Die Dokumentation zeigt einen Mann, der sich ganze Wochenenden nur auf Latein unterhalten wollte. Einen Richter, der nach seinem mörderischen Arbeitstag zum Familienmenschen wurde und seine kleinen Söhne ins Bett brachte. Der Film zeigt aber auch den Angeklagten Carl Goerdeler, der für seine Überzeugungen den Tod in Kauf nahm und seinem Richter mit Würde entgegentrat.

7. September 1944: Im Berliner Kammergericht kommt an diesem Tag der Volksgerichtshof zusammen. In einer Einzelzelle im Erdgeschoss wartet bereits der Angeklagte Carl Goerdeler. Der ehemalige Oberbürgermeister von Leipzig kauert auf einer Holzbank, er ist mager, auf dem Handrücken und am Unterarm sind Blutergüsse - die Gestapo hat ihn vernommen. Goerdeler ist einer der Verschwörer des 20. Juli 1944, wochenlang war sein Steckbrief in den Zeitungen abgedruckt, schließlich hat ihn eine Luftwaffenhelferin für eine Million Reichsmark verraten. Zwei Stockwerke über Goerdelers Zelle wartet Dr. Roland Freisler in seinem Büro auf den Prozessbeginn. Wie immer hat sich der Präsident des Volksgerichts akribisch vorbereitet. „Der Freisler wird das richten“, hat Adolf Hitler gesagt und dafür gesorgt, dass die Männer und Frauen des 20. Juli 1944 von seinem Lieblingsrichter verurteilt werden.

Der Psychologe Andreas Steiner hat sich jahrelang mit der Psychologie des Dritten Reiches auseinandergesetzt. Hier erstellt er erstmals ein Profil des berüchtigtsten Juristen Hitler-Deutschlands. Dafür analysiert er unter anderem die wenigen bekannten Filmaufnahmen von Freisler: „Verräter vor dem Volksgericht“ heißt der Film, den Joseph Goebbels vom Prozess über die Attentäter des 20. Juli drehen ließ. Heute ist nur noch eine Kopie des Films erhalten, sie lagert im Berliner Bundesarchiv. Das mehrstündige Filmdokument zeigt das gnadenlose Tribunal gegen die Verschwörer und erlaubt einen einzigartigen Blick in die Seele des Richters Roland Freisler. Im Archiv der Universität Jena lagern weitere, beinahe vergessene Dokumente, die neue Rückschlüsse auf den Präsidenten des Volksgerichtshofes zulassen: Was sagt Freislers handschriftlich verfasster Lebenslauf über ihn aus? Was seine Immatrikulationsunterlagen? Welche Rolle spielt Freislers Bruder Oswald, den Hitler persönlich aus der Partei ausschließen ließ?

Film von Annette Baumeister, Peter Pippig, MDR/2013


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