Dokumentation

Dienstag, 21. November 2017, 20.15 Uhr

Die Macht der Jahreszeiten (1/2 & 2/2)

20.15/0.45 Uhr Die Macht der Jahreszeiten: Frühling & Sommer

Schmetterling im Frühling; Bild: PHOENIX/ZDF/Daniel Evers' (S2)   Schmetterling im Frühling

Die Jahreszeiten sind der geheime Motor allen Lebens auf der Erde. Seit Urzeiten prägen sie den Rhythmus der Natur. Je nach geografischer Lage fallen sie zwar unterschiedlich aus, dennoch gelten sie weltweit als konstante Größe. In den tropischen Klimazonen sind es nur zwei, auf der Nord- und Südhalbkugel hingegen vier Jahreszeiten, die den Takt vorgeben. So auch in Deutschland: Menschen, Tiere und Pflanzen richten sich nach dem Ablauf von Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Für die zweiteilige Dokumentation war ein „Terra X“-Team ein Jahr lang unterwegs und hat ein eindrucksvolles Bild von der Macht der Jahreszeiten erstellt.

Im Zentrum der ersten Folge stehen Frühling und Sommer. Die filmische Reise beginnt im Februar mit dem Erwachen der Natur und endet im spätsommerlichen Monat August. Zu den Vorboten des Frühjahrs gehört das Schneeglöckchen, das sich unbeirrbar durch das harsche Erdreich ans Tageslicht müht. Doch erst wenn die Sonnenstunden merklich zunehmen und die Schneegrenze immer weiter in die Berggipfel zurückweicht, lässt sich der Frühling nicht mehr aufhalten. Die Flüsse schwellen an, das Grundwasser füllt sich. Im Reich der Tiere herrscht plötzlich rege Betriebsamkeit. Nach und nach legt die Landschaft ihr dunkles Winterkleid ab, die Zeit der Blüte setzt ein. Auch in der Atmosphäre tut sich was: Die Luft wird täglich milder und ist voll von neuartigen Gerüchen. Das Stimmungsbarometer steigt, die Menschen drängen nach draußen, in den Städten pulsiert wieder das Leben.

Spätestens im März machen sich die Bauern ans Werk und bringen die Aussaat in die Erde. Um das Timing der einzelnen Arbeitseinsätze festzulegen, haben sich die Landwirte über Generationen an alten Bauernregeln und am „Hundertjährigen Kalender“ orientiert. Heute verlassen sie sich lieber auf die amtlichen Wettervorhersagen.

Lange haben die Wetterkundler nur zwischen meteorologischen und astronomischen Jahreszeiten unterschieden. Inzwischen hilft als dritte Disziplin die Phänologie. Sie sorgt für eine genauere Bestimmung der einzelnen Perioden. Dabei beobachten Forscher die Entwicklungen in der Natur anhand von sogenannten Zeigerpflanzen. Sie haben festgestellt, dass in Deutschland und ganz Mitteleuropa nicht vier, sondern zehn Jahreszeiten greifen. Welchen Wert die Methode hat, zeigt sich bei der Berechnung des Frühlings mit Hilfe der Apfelblüte. Je nachdem, wann und wo der Baum anfängt zu blühen, sprechen die Wissenschaftler vom Vollfrühling. Und der beginnt seit geraumer Zeit immer früher und dauert länger, auch wenn jüngste Wetterkapriolen mit verheerenden Hochwassern eher das Gegenteil vermuten lassen.

Der Sommer wird – zumindest aus astronomischer Sicht – mit der Sommersonnenwende am 21. Juni eingeläutet. Schließlich gehören Juni, Juli, August zur schönsten Zeit des Jahres. Die großen Ferien stehen vor der Tür, die Badesaison erreicht ihren Höhepunkt, und laue Abende laden zum Verweilen im Freien ein.

Doch mit dem globalen Klimawandel haben sich auch die aktuellen Wetterlagen verändert. Einerseits zeigen sie sich weniger stabil, andererseits werden sie immer extremer. So wie 2003, als anhaltende Rekordtemperaturen den Supersommer in eine gesamteuropäische Hitzewelle mit hohen Ozonwerten und zahlreichen Waldbränden verwandelten. Zudem bedrohen immer häufiger heftige Unwetter, begleitet von Tornados und Hagel, weite Gebiete Deutschlands.

Ende August kündigt sich bereits der Herbst an. Als Vorspiel entfaltet der Altweibersommer noch einmal seine ganze Kraft – traditionell mit viel Sonne und milden Temperaturen. Die Bauern haben ihre Ernte eingefahren, die Winzer in den Weinbergen fangen erst an. Dank des immer wärmer werdenden Klimas einige Wochen früher als noch vor zehn Jahren.

Film von Robert Schotter, Friedrich Steinhardt, ZDF/2013

21.00/1.30 Uhr Die Macht der Jahreszeiten: Herbst & Winter

Wie verändert sich die Landschaft und wie beeinflussen die Jahreszeiten unser Leben auch heute noch? Die Monate des Herbstes heißen Scheidung, Gilbhart und Nebelung – September, Oktober und November. Sie sind die Monate des Abschieds, der goldgelben Farben, des Nebels. So wie sich der Frühling durch die einsetzende Schneeschmelze ankündigt, läuten die fallenden Blätter den Herbst ein. Damit beginnt in der Natur die größte Umbauaktion des Jahres.

Gelb, Rot und Braun der Blätter dominieren plötzlich das Landschaftsbild. Die Farben sind die Folge eines Notprogramms im Stoffwechsel der Pflanzen. Damit reagiert die Vegetation auf die abnehmende Tageslänge und die schwindende Lichtausbeute. Das Grün der Fotosynthese wird abgebaut. Übrig bleiben gelbe und braune Farbstoffe, die den typischen Look des Herbsts ausmachen. Aber das ist nur eine der vielen Facetten der dritten Jahreszeit.

Eine andere ist die Landwirtschaft. Selbst im Herbst herrscht dort noch Hochbetrieb. Alle Hände werden gebraucht. Auch bei den Winzern wie Kilian Franzen und Angelina Lenz am Calmont an der Mosel, dem steilsten Weinberg Europas. Seit einigen Jahren fangen sie mit der Lese immer früher an. Die Klimaerwärmung macht es möglich. Sie sorgt nicht nur für eine zeitigere Fruchtreife, sondern vor allem für neue Rebsorten, wie sie eigentlich nur in Italien oder Frankreich wachsen.

Ein verlässlicher Indikator, dass sich der Sommer verabschiedet hat, ist der Zug der Kraniche auf ihrem Weg in den Süden. Auf der Ostseehalbinsel Darß fallen sie zu Tausenden ein, um Rast zu machen und neue Nahrung aufzunehmen. Weiter westlich an den Küsten ziehen langsam aber sicher frische Winde auf. Manche wachsen zu Orkanen an und fegen über ganz Deutschland. Die höchste Windgeschwindigkeit mit 263 Stundenkilometern wurde am 24. November 1984 auf dem Brocken gemessen, Kyrill im Jahr 2007 tobte so heftig, dass er Schäden in Höhe von 4,2 Milliarden Euro verursachte. Die Experten vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach prophezeien, dass die Herbststürme in Zukunft an Stärke zunehmen werden.

Film von Petra Thurn, Friedrich Steinhardt, ZDF/2013


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