Dokumentation

Dienstag, 14. November 2017, 20.15 Uhr

Klima macht Geschichte (1/2 & 2/2)

20.15/0.45 Uhr Klima macht Geschichte (1/2)

Im Lauf der Geschichte haben Klimawandel immer wieder die Gletscher der Erde geschmolzen und gefroren.; Bild: PHOENIX/ZDF/Jürgen Rehberg' (S2+)   Im Lauf der Geschichte haben Klimawandel immer wieder die Gletscher der Erde geschmolzen und gefroren.

Die Zeitreise durch die Jahrtausende im Zweiteiler „Klima macht Geschichte“ zeigt die Meilensteine der Geschichte von einer neuen Seite. Bohrkerne, Vulkanasche oder uralte Salzsäulen erzählen, welche historischen Ereignisse und Entwicklungen mit den globalen Klimaveränderungen zusammenhängen. Mit dieser Dokumentation betritt „Terra X“ Neuland. Zum ersten Mal blicken wir mit den Augen von Klimaforschern auf die historischen Großereignisse der Menschheit. Die Perspektive der Wissenschaftler liefert neue Zusammenhänge und die sind ausnahmslos spannend. Plötzlich erhält der Sieg des Homo sapiens über den Neandertaler eine zusätzliche, tiefergehende Dimension, in der das Weltklima eine entscheidende Rolle spielt.

Aber nicht nur die Geschehnisse in der Frühzeit – da war der Mensch der Natur noch bedingungslos ausgeliefert – sind von der Universalkraft der Großwetterlage beeinflusst. Das Wechselspiel zwischen Klima und Geschichte zieht sich durch alle Jahrhunderte bis in die Moderne.

Der Zweiteiler führt auf eine spannende Zeitreise von der Eiszeit bis heute. Teil 1 zeigt, wie das Klima das Schicksal der frühen Gesellschaften mitbestimmt – vom Neandertaler bis zum alten Rom.

Uralte Sedimentproben belegen: Um 60.000 vor Christus herrscht auf der Erde Klimachaos, verursacht durch schnelle Wechsel von Kalt- und Warmphasen. Die Urzeitmenschen stecken mitten im Überlebenskampf. Dem Neandertaler geht die Beute aus, der Homo sapiens dringt auf der Suche nach neuem Lebensraum in dessen Revier ein und macht ihm die ohnehin schon knappen Ressourcen streitig. Das Duell geht zugunsten von Homo sapiens aus. In einer viele Jahrtausende dauernden Völkerwanderung erobert er jeden Winkel der Welt. Seine Artgenossen finden das Paradies vor, als die zunehmende Kraft der Sonne das Ende der Eiszeit besiegelt. Landflächen, Meere und Flüsse tauen auf, die Natur explodiert. In Zentraleuropa, Asien und im Alten Orient entstehen beste Lebensbedingungen, die zu einer einmaligen Revolution in der Menschheitsgeschichte führen: Aus Nomaden werden Sesshafte, aus Jägern und Sammlern Ackerbauer und Viehzüchter. Um 1200 vor Christus stürzt lang anhaltende Trockenheit die Welt in dunkle Zeiten. Erst um 700 vor Christus stellt das Klima erneut die Weichen mit günstigen Auswirkungen für das Leben auf der Erde. In Europa wittert Rom seine Chance und steigt in kürzester Zeit zur Weltmacht auf, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt.

Film von Sigrun Laste, ZDF/2015

21.00/1.30 Uhr Klima macht Geschichte (2/2)

In Folge zwei führt die Reise vom Römischen Reich über die Französische Revolution bis hin zum Klimawandel von heute. Immer wieder durchlebt die Erde Kalt- und Warmphasen. So kommt den Römern beim Aufbau ihres Imperiums ein mildes Klima zugute. 406 nach Christus folgt jedoch der Wendepunkt. Den Germanen gelingt es, ins Römische Reich einzufallen.

Milde Temperaturen mit regelmäßigen Niederschlägen sichern die Versorgung und liefern die Grundlage für den Siegeszug der römischen Supermacht. In jener Zeit erreicht das Römerreich seine größte Ausdehnung und herrscht über ein Viertel der damals bekannten Welt. Doch dann schwingt das Klima um. Zunehmend strenge Winter verschärfen die Bedrohung der Außengrenzen des Imperiums. Rhein und Donau frieren zu und werden zu natürlichen Einfallstoren. In einer großen Völkerwanderung drängen 406 nach Christus 80.000 Germanen in das Römische Reich ein. Sie alle sind Klimaflüchtlinge, getrieben vom Hunger. Es ist ein dunkles Zeitalter, aber nichts im Vergleich zu dem Klimaschock, den die Erde im Frühjahr 536 nach Christus erlebt.

Überall auf der Welt notieren Chronisten, dass sich der Himmel plötzlich verdunkelt habe, die Temperaturen ständig sanken und die Sonne für mehr als 18 Monate verschwunden war. Auf den Feldern gehen die Ernten ein. Im mittelamerikanischen El Salvador finden Klimaforscher den Verursacher der beschriebenen Krise: Es ist der Ausbruch des Vulkans Ilopango. Darauf folgt ein vulkanischer Winter, der eine weltweite Klimaveränderung herbeiführt, die nicht nur Hungersnöte verursacht, sondern auch Seuchen. Besonders die Pest greift rasend schnell um sich.

Um das Jahr 1000 weist die Sonne ihre höchste Aktivität seit 300 Jahren auf und beginnt, die Erde wieder aufzuheizen. Die Eisschicht auf der Nordsee schmilzt und ermöglicht es den Völkern des Nordens, neue Wege zu ergründen. Die Wikinger erobern Irland, England und Schottland. Sie besiedeln Inseln, die bisher vom Eis umschlossen waren, und segeln weit vor Kolumbus bis nach Amerika. Überhaupt wird Europa von der aktiven Sonne bis ins Hochmittelalter hinein begleitet.

Anfang des 15. Jahrhunderts bricht die Kleine Eiszeit an. Schnell entpuppt sie sich als die härteste Kaltphase, die Europa je erlebt hat. Missernten, Naturkatastrophen und die Rückkehr der Pest führen zu gesellschaftlichen und politischen Krisen. Hexenverfolgung, Dreißigjähriger Krieg und die Französische Revolution entbrennen vor dem Hintergrund der drei Jahrhunderte andauernden Welt des Mangels. Erst 1850 ist sie endgültig vorüber. In einer neuen, stabilen Klimaphase macht der Mensch einen Quantensprung. Die Industrielle Revolution läutet das Zeitalter der Maschinen ein. Technische Erfindungen machen immer unabhängiger von den universellen Klimazyklen.

Film von Sigrun Laste, ZDF/2015


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