Dokumentation

Freitag, 10. November 2017, 20.15 Uhr

Königliche Dynastien (1/3 bis 3/3)

20.15/0.45 Uhr Königliche Dynastien 1/3: Die Welfen

Die Welfen gelten als das älteste Fürstenhaus Europas. Sie regierten über das britische Empire, das Königreich Hannover und Teile von Bayern. Sie gründeten Städte wie München und Lübeck und hinterließen der Nachwelt großartige Schlösser und Kulturgüter. Es ist eine reiche Familie, die auch heute noch von sich reden macht. Seit das Oberhaupt der Welfen, Ernst August Prinz von Hannover, 1999 in zweiter Ehe Caroline von Monaco geheiratet hat, ist er aus den Schlagzeilen deutscher Boulevardblätter nicht mehr wegzudenken.

Erbprinz Ernst August, der in London aufgewachsen ist, hat in den vergangenen Jahren die Verwaltung der deutschen Besitztümer übernommen und zeigt sich heute mehr und mehr in der Öffentlichkeit. Längst hat er seinen Beruf als Banker aufgegeben und widmet sich ganz dem Familienerbe. Eine schwierige Entscheidung, sagt der junge Mann im Interview, aber es habe sich gelohnt: „Ich ahnte nicht, wie spannend und vielschichtig meine neue Aufgabe sein würde.“

Luftaufnahmen von der Marienburg und vom Welfen-Exilschloss Cumberland in Gmunden am Traunsee sowie szenische Sequenzen zu entscheidenden historischen Momenten ergänzen das facettenreiche Bild einer selbstbewussten Königsfamilie, die im Lauf der Epochen immer wieder um den Erhalt von Macht und Einfluss kämpfte.


Film von Annette von der Heide, ZDF/2016

21.00/1.30 Uhr Königliche Dynastien 2/3: Die Bernadottes

Während viele Dynastien auf ihre Krone verzichten mussten, hält sich eine Familie seit etwa zweihundert Jahren sattelfest auf dem Thron: Die Bernadottes in Schweden. Sie erfreuen sich großer Popularität, auch dank der „Bürgerlichen“, die in die Königsfamilie eingeheiratet haben und weithin als Bereicherung empfunden werden: Silvia Sommerlath, Daniel Westling und Sofia Hellqvist. Auch der Gründer der Dynastie war bürgerlich: Jean Baptiste Bernadotte aus dem südfranzösischen Pau. „Tod den Königen“, diese Parole soll als Tattoo auf seinem Oberarm geprangt haben, als er während der Französischen Revolution noch die Monarchie bekämpfte.

„Tod den Königen“ - diese Parole soll als Tätowierung auf Jean Baptiste Bernadottes Oberarm geprangt haben, als er während der Französischen Revolution noch die Monarchie bekämpfte. Dass der ungestüme Franzose einst zum König von Schweden auserkoren würde, konnte er ja nicht ahnen. Aber 20 Jahre später, als Schwedens Monarchie vor einem Thronfolgeproblem stand und Napoleon in Europa den Ton angab, sah er in Bernadotte eine kluge Wahl für Stockholms Thron. Der Haudegen Bonapartes brachte den Schweden den Frieden und begründete die Neutralitätspolitik, die das Land bis heute auszeichnet.

Porträtiert wird auch Oskar II., ein Enkel des Stammvaters. Unter ihm, der als der „majestätischste aller schwedischen Könige“ gilt, wurde das Land weiter demokratisiert. Das Multitalent Oskar schrieb, dichtete, komponierte. Für seine Landsleute übersetzte er die Literatur ausländischer Meister. Er war ein Mäzen der Künste und Wissenschaften. Und so überrascht es nicht, dass Alfred Nobel in seinem Testament den Wunsch äußerte, dass die Nobelpreise durch den König zu verleihen seien. Eine Tradition, die seither gepflegt wird.

Als Botschafter für den Frieden machte sich Folke Bernadotte, der Groß- und Patenonkel des heutigen Königs Carl Gustaf, einen Namen. Als Vizepräsident des schwedischen Roten Kreuzes verhandelte er mit Heinrich Himmler über die Freilassung von tausenden KZ-Häftlingen. 1948 beriefen ihn die Vereinten Nationen zum ersten UN-Vermittler und entsandten ihn in den Nahen Osten. Wenig später fiel er einem Anschlag jüdischer Terroristen zum Opfer. „Er war der erste UN-Botschafter, der für die Sache des Friedens starb“, erinnert der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan.

Mit Kronprinzessin Victoria und Tochter Estelle werden eines Tages die ersten Frauen aus der Dynastie der Bernadottes den schwedischen Thron besteigen.

Film von Julia Melchior, ZDF/2016

21.45/2.15 Uhr Königliche Dynastien 3/3: Die Grimaldis

Seit 700 Jahren herrschen sie über Monaco: die Grimaldis. Der Film spiegelt die Geschichte der Adelsfamilie vom Namensgeber Grimaldo Canella bis hin zu den Zwillingen von Fürst Albert. In der Miniaturmonarchie am Mittelmeer tummeln sich Hochadel, Jetset, Stars und Sternchen. Prächtige Bälle, Formel-1-Rennen und elegante Dinner-Partys gehören zum Alltag. Doch die Glamourwelt ist nur ein Teil der Geschichte Monacos.

Ende des 13. Jahrhunderts wurden die Grimaldis nach Machtkämpfen aus der italienischen Stadt Genua vertrieben. Francesco Grimaldi, genannt „der Schlaue“, machte sich mit seinen Soldaten auf den Weg nach Monaco. Denn die Festung gehörte eben jener Familie, die einst die Grimaldis vertrieben hatte. Als Franziskanermönche verkleidet, gelang es Francesco und seinen Gefolgsleuten, die Festung im Handstreich zu nehmen. „Deo juvante“, „mit Gottes Hilfe“, soll er dabei gerufen haben – seit 1297 ist es das Motto der Familie.

Im Lauf der Zeit stand Monaco immer wieder unter dem Protektorat fremder Mächte wie Frankreich oder Spanien. Der Filmemacher Oliver Halmburger richtet den Blick auf entscheidende Momente und Wendepunkte dieser bewegten Geschichte. Etwa auf den Mord an Herrscher Jean II., der im Jahr 1505 Monaco verkaufen wollte und daraufhin von seinem Bruder erstochen wurde.

Seine erste Blütezeit erlebte Monaco unter Honoré II., der 1612 den Fürstentitel erhielt. Charles III. gründete im 19. Jahrhundert die „Bädergesellschaft“ und machte Monaco mondän. Fürst Louis' amouröse Abenteuer mit einer Dame vom Montmartre blieben nicht ohne Folgen: Charlotte, das illegitime Kind, avancierte zur Retterin des Fürstentums, ohne sie wäre die Linie der Grimaldis ausgestorben.

Sie war die Mutter von Rainier III., der nach dem Zweiten Weltkrieg den monegassischen Thron bestieg und über 50 Jahre lang regierte. Er machte das kleine Land zur Weltstadt des Jetsets. Den Glamour brachte seine Ehefrau, die amerikanische Schauspielerin Grace Kelly.

Film von Oliver Halmburger, ZDF/2016

 


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