Dokumentation

Samstag, 04. November 2017, 22.30 Uhr

1917 - Die Russische Revolution

Einer der Kronstädter Matrosen. Sie kämpfen für die Revolution und wenden sich schließlich gegen Lenin, als dieser ihnen demokratische Rechte verweigert. Lenin ließ ihren Aufstand blutig niederschlagen.; Bild: PHOENIX/NDR/Jerry Kelly' (S2)   Einer der Kronstädter Matrosen. Sie kämpfen für die Revolution und wenden sich schließlich gegen Lenin, als dieser ihnen demokratische Rechte verweigert. Lenin ließ ihren Aufstand blutig niederschlagen.

Im Oktober 1917 rissen die Bolschewisten unter Führung von Lenin und Trotzki die Macht in Russland gewaltsam an sich. Der Wandel vom absolutistischen Zarenreich zur Sowjetunion hinterließ tiefe Spuren in der russischen Gesellschaft und prägt Europa und die Welt bis heute. Filmemacher Paul Jenkins dokumentiert mit Tagebuchaufzeichnungen, Briefen und bislang unveröffentlichtem Filmmaterial Ablauf und Folgen dieser Revolution und lässt Historiker und Kulturwissenschaftler zu Wort kommen.

Wegen ideologischer Kämpfe während des Kalten Krieges und wegen unterschiedlicher nationaler Interessen wurde der wahre Ablauf der Oktoberrevolution jahrzehntelang verborgen gehalten. Dokumente wurden versteckt oder vernichtet, russische Familien wagten nicht einmal untereinander, über die Geschehnisse von 1917 zu sprechen, Filmarchive wurden in Sondermagazinen deponiert oder verbrannt und die Revolutionsgeschichtsschreibung wurde in den Dienst politischer Ziele gestellt.

Der Dokumentarfilm legt Material vor, das zu einem neuen Verständnis der Revolution beiträgt. So macht eine bisher unveröffentlichte Korrespondenz deutlich, welche Rolle hohe Offiziere der Zarenarmee damals spielten. Als klar wurde, dass die Machtübernahme der Bolschewiken nicht mehr zu verhindern war, leisteten sie ihnen Hilfestellung. Ferner beleuchtet der Film die zeitgeschichtlichen Hintergründe des damaligen Alltags. Auszüge aus sowjetischen Spielfilmen veranschaulichen die Geschehnisse und verdeutlichen, wie nach der Revolution versucht wurde, die Menschen durch Manipulation und Mythenbildung auf Lenins Kurs einzuschwören.

Thema des Films ist jedoch nicht nur das geschichtliche Ereignis. Es geht auch um das Wesen des Menschen und darum, wie er reagiert, wenn er mit einer Krisensituation und tiefgreifenden Umbrüchen konfrontiert ist. Diese Fragestellung verleiht dem Dokumentarfilm eine universelle Dimension.

Aufnahmen aus russischen, amerikanischen und europäischen Archiven belegen, dass erstaunlicherweise viele wichtige Etappen der Revolution im Film festgehalten wurden. Auch Tagebuchaufzeichnungen, Kunstwerke und Fotografien bringen dem Zuschauer das Revolutionsgeschehen näher. Historiker und Kulturwissenschaftler wie Jutta Scherrer aus Deutschland, Marc Ferro, Hélène Carrère d'Encausse, Jean-Jacques Marie und Jacques-Francis Rolland aus Frankreich, Boris Kolonitsky aus Russland sowie Jana Howlett aus Großbritannien kommentieren die Ereignisse. Musik aus der Zeit der Russischen Revolution sowie speziell für den Film komponierte experimentelle Musik verleihen dem Dokumentarfilm eine außergewöhnliche Prägnanz.

Film von Paul Jenkins, Arte/2007


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