Dokumentation

Dienstag, 10. Oktober 2017, 21.00 Uhr

Die Wölfe von Tschernobyl - Wildnis in der Todeszone

Zum Schutz müssen Barbara und Christoph Promberger bei ihrer Arbeit spezielle Anzüge tragen.; Bild: PHOENIX/NDR/NDR Naturfilm/ORF/EPO FILM' (S2)   Zum Schutz müssen Barbara und Christoph Promberger bei ihrer Arbeit spezielle Anzüge tragen.

Mehr als 30 Jahre nach dem Super-GAU sind die 3.000 Quadratkilometer rund um Tschernobyl immer noch verbotene Zone, allerdings nur für Menschen. Am Schauplatz des größten Reaktorunfalls der Geschichte ist in den letzten Jahrzehnten ein unbeabsichtigtes ökologisches Experiment abgelaufen. Riesige Rudel von Wölfen haben die Region erobert und streifen durch die Schwemmgebiete des Prypjat und durch die verlassenen Siedlungen. Was einst die Kornkammer der Sowjetunion war, ist nun von riesigen Wäldern bedeckt, und mit der neuen Vegetation sind Bisons, Luchse und Wölfe zurückgekehrt. Für diese Dokumentation konnte erstmals ein westliches Filmteam in die verbotene Zone vordringen und dieser spektakulären Wiederkehr der Natur nachforschen. Regisseur Klaus Feichtenberger zeigt eine faszinierende, paradoxe Welt, die beides zugleich ist: ein Blick in die Zeit lange vor der menschlichen Zivilisation und ein Fenster in die Zukunft nach der ultimativen nuklearen Katastrophe.

Mehr als 30 Jahre nach dem Super-GAU in Tschernobyl am 26. April 1986 regieren Wölfe das radioaktiv verseuchte Niemandsland, die Sperrzone um Tschernobyl im Dreiländereck zwischen Ukraine, Russland und Weißrussland. Es gibt abenteuerliche Gerüchte über diese Tiere, Fakten aber sind immer noch rar. Die Wolf-Experten Christoph und Barbara Promberger besuchten das Gebiet 2009, um sich ein Bild zu machen - und staunten über die große Anzahl an Wölfen, die dort offenbar ideale Lebensbedingungen vorfinden. Ebenso erstaunt waren sie darüber, dass bislang niemand die vielen Fragen gestellt hat, die ihnen sofort in den Sinn kamen: Wie viele Wölfe gibt es in dem Gebiet? Wie kommen die Tiere mit der Radioaktivität zurecht? Sind es Zuwanderer, die früher oder später dort sterben, oder gibt es mittlerweile eine bodenständige Population? Wenn ja: Ist sie gesund und stabil? Wandern die Wölfe aus Tschernobyl in andere Gebiete aus?

Die Prombergers erhielten von den weißrussischen und ukrainischen Behörden die Erlaubnis, ein Forschungsprojekt in Gang zu setzen, das diese Fragen beantworten soll.

Film von Klaus Feichtenberger, NDR/2011


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