Dokumentation Thema "Einigkeit und Recht und Freiheit"

Donnerstag, 14. September 2017, 20.15 Uhr

Wer beherrscht den Osten? (1/2 & 2/2)

20.15 Uhr Wer beherrscht den Osten? 1/2: Geld – Macht - Staat

Sergej Lochthofen war einst Chefredakteur der Thüringer Allgemeinen Zeitung.; Bild: PHOENIX/NDR/MDR/Hoferichter & Jacobs' (S2+)   Sergej Lochthofen war einst Chefredakteur der Thüringer Allgemeinen Zeitung.

87 Prozent der Wohnbevölkerung im Osten sind Ostdeutsche, aber an den Schaltstellen der Macht spiegelt sich das an keiner Stelle prozentual wider. Auch weil viele Ostdeutsche, die heute Schlüsselpositionen einnehmen könnten, nach 1989 den Osten verließen. Entgegen der anfänglichen Erwartung ist die Dominanz von Amtsträgern aus dem Westen keine vorübergehende. Eine ostdeutsche Kanzlerin kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass bis heute Ostdeutsche kaum in gesellschaftliche Spitzenpositionen eingerückt sind. In den Führungsetagen ostdeutscher Unternehmen ist der Anteil Ostdeutscher sogar rückläufig.

Zu Wort kommen Menschen an der Basis, aber auch Politiker und Funktionsträger, die nach 1990 aus dem Westen in den Osten gekommen und dann sehr unterschiedliche Wege gegangen sind. Mit Bodo Ramelow wurde zum ersten Mal ein Politiker der Linkspartei zum Ministerpräsidenten gewählt. Und Johannes Beermann, lange Jahre Chef der sächsischen Staatskanzlei, ist inzwischen Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank. Ihr Blick auf den Osten Deutschlands könnte unterschiedlicher nicht sein.

Film von Ariane Riecker, MDR/2017

21.00 Uhr Wer beherrscht den Osten? 2/2: Geld – Macht – Staat

Wirtschaft, Gewerkschaften, Kirche und Sport: Der zweite Teil wirft einen genauen Blick auf das Netzwerk der neuen Mächtigen in Ostdeutschland. Zu Wort kommen Politiker und Funktionsträger wie Claus Weselsky, der nicht unumstrittene ostdeutsche Gewerkschaftschef. Oder Ex-Banker wie Hilmar Kopper, der der deutschen Bank direkt nach der Wende den Weg in den Osten ebnete.

Die Wirtschaftsstrukturen im Osten - gänzlich andere als im Westen. Das ist historisch gewachsen. Die großen DDR-Kombinate wurden zerschlagen oder privatisiert, Großkonzerne im Osten sind eine Seltenheit. Stattdessen wuchs ein starker Mittelstand heran, der bisweilen stärkere Wachstumsraten aufweist als in den alten Ländern. Das bedeutet auch andere Machtstrukturen. Der Mittelstand kann auf sehr direkte Verbindungen zur Politik bauen, denn das Versprechen, Arbeitsplätze in strukturschwache Regionen zu bringen, hat noch immer erhebliches Gewicht. Starken gesellschaftlichen Einfluss haben auch die Kirche, obwohl die Mitgliederzahlen eher Machtlosigkeit vermuten lassen. Sie sind heute in vielen gesellschaftlich relevanten Gremien vertreten. Hinzu kommt, dass die Kirchen gerade im Osten über riesige Ländereien verfügen.

Film von Ariane Riecker, MDR/2016


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