Dokumentation Thema "Einigkeit und Recht und Freiheit"

Dienstag, 12. September 2017, 20.15 Uhr

Unsere Städte nach ’45 (1/2 & 2/2)

Der Zweite Weltkrieg hat die deutschen Städte verwüstet, doch Experten meinen, dass der Wiederaufbau mehr Bausubstanz vernichtet habe als der verheerende Bombenkrieg. Wie konnte das passieren? Deutsche Architekten um Rüstungsminister Albert Speer hatten schon vor 1945 Wiederaufbaupläne in der Schublade. Von allem Nazi-Pomp entschlackt, kamen sie nach dem Krieg zum Einsatz. Ihre Vorbilder hatten sie dabei in den Prinzipien des modernen Städtebaus der 1920er Jahre. Die fortschrittliche Stadt sollte von Licht und Luft durchflutet sein; breite Straßen sollten sich durch die autogerechte Stadtlandschaft ziehen.

Der erste Teil der zweiteiligen Dokumentation über Deutschlands Wiederaufbau zeigt, von welchen Visionen Städteplaner und Architekten von Hamburg über Bremen, Köln, Essen, Frankfurt und Erfurt bis nach Ulm oder Regensburg geleitet waren. Immens einflussreich war dabei der Stadtplaner Rudolf Hillebrecht aus Hannover, der seine Heimatstadt nach dem Krieg besonders radikal umgestaltet hat und damals zum Vorbild für den Wiederaufbau in ganz Westdeutschland wurde.

Film von Susanne Brahms und Rainer Krause, RB 2017

21.00 Uhr Unsere Städte nach ‘45 2/2: Abriss und Protest

Auch Kirchen wurden nach dem Krieg noch gesprengt: hier eine Kirche in Berlin Schöneberg.; Bild: PHOENIX/Radio Bremen' (S2)   Auch Kirchen wurden nach dem Krieg noch gesprengt: hier eine Kirche in Berlin Schöneberg.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Protest der Stadtbewohner und zeigt von Hamburg über Köln, Bochum, Hannover, München, Erfurt oder Regensburg, wo sie Schlimmeres verhüten konnten und wo sie scheiterten. Anfang der 1960er Jahre war der Wiederaufbau in Deutschland weitgehend abgeschlossen, die Wohnungsnot fast überall beseitigt – eine große Leistung. Die Leitlinien der modernen Stadt, die autogerechte Stadtlandschaft mit den weitläufigen Hochhaussiedlungen auf der grünen Wiese, stießen jedoch zunehmend auf Widerstand.

Architekten und Planer hatten in den 1950er Jahren eine moderne, schöne, neue Welt versprochen, und die Versprechungen konnten in den 1960ern an der Wirklichkeit gemessen werden. Diese war, oft genug, öd und trist. Ausgerechnet die Jungen rebellierten gegen die moderne Stadt. Sie lehnten die Trabantenstädte auf der grünen Wiese ab und besetzten die historischen Stadtquartiere in der Innenstadt.

Film von Susanne Brahms und Rainer Krause, RB 2017


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