Dokumentation

Freitag, 01. September 2017, 20.15 Uhr

Der Erste Weltkrieg im Orient (1/3 bis 3/3)

20.15/0.45 Uhr Der Erste Weltkrieg im Orient 1/3: Arabische Truppen an die Front

Tausende Araber mussten mit Beginn des Krieges 1914 an der Seite der europäischen Westmächte kämpfen, auf Kriegsschauplätzen im Orient und sogar auf europäischem Boden. ; Bild: PHOENIX/Al Jazeera' (S2).   Tausende Araber mussten mit Beginn des Krieges 1914 an der Seite der europäischen Westmächte kämpfen, auf Kriegsschauplätzen im Orient und sogar auf europäischem Boden.

Der Dreiteiler  richtet seinen Blick auf die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf den heutigen Nahen Osten. Die Dokumentationsreihe, im Original „World War One Through Arab Eyes“ aus der Sendergruppe von Al Jazeera, zeigt die Verstrickungen Deutschlands und anderer europäischer Kriegsparteien mit dem Leid der arabischen Bevölkerung. Der erste Teil des Films erinnert an die 250.000 Soldaten des Ersten Weltkriegs, die Frankreich und Großbritannien aus Marokko, Algerien und Tunesien rekrutierten.

Die Filme, die bislang unbekanntes internationales Archivmaterial zeigen, und in denen Experten und Diplomaten aus dem Maghreb und dem Nahen Osten von fast in Vergessenheit geratenen Geschehnissen berichten, geben den arabischen Soldaten des Ersten Weltkrieges erstmals eine Stimme und ein Gesicht.

Tausende Araber mussten mit Beginn des Krieges 1914 an der Seite der europäischen Westmächte kämpfen, auf Kriegsschauplätzen im Orient und sogar auf europäischem Boden. In den Kriegswirren kamen viele dieser Soldaten um, Moslems mussten gegen Moslems in den Krieg ziehen, das Osmanische Reich zerbrach. Die Länder im Nahen Osten gerieten zwischen die Fronten und wurden schließlich zwischen den Kolonialmächten aufgeteilt, ohne Rücksicht auf deren Geschichte, Kulturräume oder deren Bevölkerungen.

Film von Malek Triki und Dana Trometer, phoenix/Al Jazeera 2016

21.00/1.30 Uhr Der Erste Weltkrieg im Orient 2/3: Untergang des Osmanen-Reichs

Der Erste Weltkrieg bot den europäischen Mächten eine exzellente Gelegenheit, sich Richtung Osten zu orientieren mit dem Ziel, das Osmanische Reich zu erobern und unter sich aufzuteilen. Das Osmanische Reich hingegen trat in Allianz mit Deutschland, weil es glaubte, so am wenigsten Territorium zu verlieren. Dieser Plan ging jedoch nicht auf und der Druck wuchs. Osmanische Truppen mussten auf mehreren Ebenen mit den Gegnern kämpfen – gegen die Russen im Kaukasus und gegen die Briten im Irak und in Ägypten.

So veranlasste die osmanische Regierung schließlich die Ermordung von ca. 600.000 bis 1.500.000 christlichen Armeniern. Etwa ein Viertel der osmanischen Bevölkerung starb an den Kriegsfolgen. Zu einem Bruch zwischen Arabern und Türken kam es schließlich, nachdem das Osmanische Reich brutal gegen die eigene Bevölkerung vorging: es enteignete Land und beschlagnahmte Güter. Zudem kam ein britisches Embargo gegen die östlichen Mittelmeerstaaten hinzu. Eine schwere Hungersnot breitete sich aus. Jerusalem und Damaskus fielen an die Briten. Das Osmanische Reich zerbrach.

Film von Malek Triki und Dana Trometer, phoenix/Al Jazeera 2016

21.45/2.15 Uhr Der Erste Weltkrieg im Orient 3/3: Koloniale Machtspiele im Nahen Osten

Bereits 1911 verlor das Osmanische Reich im italienisch-türkischen Krieg weite Teile des heutigen Libyens. Weitere Niederlagen gegen Großbritannien und Frankreich zu Beginn des Ersten Weltkrieges führten dazu, dass der „Mittlere Osten“ zwischen den Franzosen und Briten durch das Sykes-Picot-Abkommen vom 16. Mai 1916 aufgeteilt wurde. Es entstanden Grenzen, die unabhängig von Ethnien einfach mit dem Lineal gezogen wurden. Konflikte waren vorprogrammiert.

Die Westmächte hingegen weiteten ihre Interessen aus und profitierten von den neu erschaffenen Handelswegen. Schließlich wurde 1948 der Staat Israel gegründet. Dabei wurde auf die arabisch-stämmige Bevölkerung wieder wenig Rücksicht genommen. Es kam zum ersten arabischen israelischen Krieg, bei dem rund 850.000 Palästinenser aus ihrer Heimat fliehen mussten.

Film von Malek Triki und Dana Trometer, phoenix/Al Jazeera 2016


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