Dokumentation

Freitag, 25. August 2017, 20.15 Uhr

Mythos Amazonas (1/3 bis 3/3)

20.15 Uhr Mythos Amazonas Grüne Hölle oder Paradies?

Die Kayapó-Indianer sind ein Naturvolk, das noch heute seine traditionelle Lebensweise im Amazonas-Regenwald pflegt. Die Gesichtsbemalung ist nicht nur ein Schutz vor bösen Geistern - sie bewahrt die Kayapó vor Hautparasiten und wirkt antiseptisch.; 'Bild: PHOENIX/NDR/NDR Naturfilm und Light & Shadow GmbH' (S2)   Die Kayapó-Indianer sind ein Naturvolk, das noch heute seine traditionelle Lebensweise im Amazonas-Regenwald pflegt. Die Gesichtsbemalung ist nicht nur ein Schutz vor bösen Geistern - sie bewahrt die Kayapó vor Hautparasiten und wirkt antiseptisch.

Ein grüner Ozean aus Bäumen, feucht und düster, unzugänglich und bedrohlich, eine Welt voller Gefahren: So erschien den Europäern einst der Amazonas. Lange Zeit galt der größte Regenwald der Erde als „Grüne Hölle“. Heute weiß man: Der Regenwald am Amazonas ist ein Wunderwerk der Natur und einer der reichsten Lebensräume der Erde. Der britische Naturforscher Alfred Russel Wallace kämpfte sich Mitte des 19. Jahrhunderts viele Jahre durch den undurchdringlichen Wald am Amazonas, um so viele Arten wie möglich zu entdecken. Parallel zu Charles Darwin entwickelte er eine Theorie zur Entstehung der Arten.

Von den Wasserwelten der großen Ströme, vom Waldboden bis hinauf ins Kronendach der mächtigen Urwaldriesen, in atemberaubenden Bildern und Geschichten erfährt der Zuschauer, wie verblüffend die Strategien der Tier- und Pflanzenarten am Amazonas sind. Der Film zeigt, wie es im Laufe von Jahrmillionen zu der enormen Artenvielfalt im Regenwald kommen konnte und wie die Angst vor der „Grünen Hölle“ der Bewunderung für einen einzigartigen Lebensraum gewichen ist.

Film von Christian Baumeister, NDR/2011

21.00 Uhr Mythos Amazonas Triumph des Lebens

Seit Tausenden von Jahren leben die Kayapó-Indianer mit und von dem Regenwald. Filmemacher Christian Baumeister begleitet die Kayapó bei ihren aufwändigen Vorbereitungen für das große Bo-Fest. Sein Film verwebt Einblicke in die Gesellschaft der Kayapó mit außergewöhnlichem, teils nie gefilmtem Tierverhalten. Ob Mensch, Otter, Kolibri oder Ameisenbaum – jeder spielt eine unverzichtbare Rolle in dem gigantischen Zusammenspiel der Arten. Es ist die Vernetzung, die den Regenwald am Leben erhält und gleichzeitig so verwundbar macht.

Amazonien ist weit mehr als eine bunte Ansammlung exotischer Arten - es ist ein Netzwerk aus komplexen Beziehungen, Symbiosen und Wechselwirkungen.

Kommunikation etwa funktioniert in dem grünen Universum häufig über Farben - sie locken Partner an oder schrecken Feinde ab. Während Felsenhähne mit leuchtend rotem Gefieder Weibchen auf sich aufmerksam machen, signalisieren Pfeilgiftfrösche mit grellen Farben, wie ungenießbar sie sind. Im Kronendach mächtiger Urwaldriesen locken farbenprächtige Blüten winzig kleine Kolibris an. Die Form der Blütenkelche entspricht exakt der des Kolibrischnabels - so bleiben der Nektar und damit auch die Pollenverbreitung dem kleinen Vogel vorbehalten.

Besonders raffiniert ist es, sich seinen Feind zum Freund zu machen. Ein kleiner Frosch etwa wagt sich in den Bau einer Vogelspinne und hält ihn von Ameisen und Parasiten frei. Im Gegenzug wird er von der Spinne geduldet und lebt in einem sicheren Domizil.

Film von Christian Baumeister, NDR/2011

21.45 Uhr Mythos Amazonas Alarm im Regenwald

Der Kampf um die Rettung des Regenwaldes steht im Mittelpunkt dieses Films. Natur und Zerstörung werden in ästhetischen wie dramatischen Bildern gegenübergestellt. Tierfilmer Christian Baumeister berichtet von seinen Erfahrungen während der Dreharbeiten und seiner ganz persönlichen Sichtweise – von Ehrfurcht und Respekt vor dem hochkomplexen, lebenden Wunderwerk aus unzähligen Arten und der Hoffnung, dass der letzte große Regenwald der Erde doch noch gerettet werden kann.

Auf der Suche nach Gold bewegen Arbeiter tonnenweise Schlamm und Kies. Quecksilber soll das Edelmetall aus dem Erdreich lösen. Es vergiftet die Arbeiter und die Flüsse. Eine ernste Gefahr für die Unterwasserwelt Amazoniens, in der die Amazonas-Seekuh sowie Tausende Fischarten leben.

Doch es gibt auch Hoffnung: Seit 2005 bekämpft die brasilianische Regierung den Holzeinschlag auf breiter Front - mit Helikoptern suchen Ranger nach illegalen Sägewerken. Vielerorts erforschen Biologen die Tierwelt. Nur wenn sie das Leben von Aras, Jaguaren und Harpyien genau kennen, können sie sinnvoll ihren Schutz vorantreiben. Aras und Jaguare nutzen riesige Areale des Regenwalds. Stellt man diese unter Schutz, kommt das auch den unzähligen anderen Arten zugute, die diesen Lebensraum teilen. Mensch und Regenwald müssen nicht im Widerspruch zueinander stehen. Das beweisen immer mehr Projekte zur nachhaltigen Nutzung, wie etwa im Fall der Paranuss. In Brasilien, Peru und Bolivien stellt ihr Export einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Der Baum wächst nur im intakten Wald, nicht in Plantagen. Naturschutz mit und nicht gegen den Menschen ist die einzig realistische Perspektive für die Zukunft des Regenwaldes. Nur so werden auch die letzten Naturvölker am Amazonas, ihre Traditionen und ihr Wissen erhalten bleiben.

Film von Christian Baumeister, NDR/2011


Mehr zum Thema


LOGIN





Zurück: Juli 2017 Sendeplan für August 2017 Weiter: September 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
01 02 03 04 05 06
07 08 09 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31
Bild des RSS-Logos und Hintergrundmuser; phoenix

RSS-Feeds

Bleiben Sie mit den RSS-Feeds der phoenix-Presselounge immer auf dem neuesten Stand.

© 2017 phoenix phoenix ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.