Dokumentation

Mittwoch, 23. August 2017, 22.15 Uhr

Thema: Rechtspopulismus

22.15 Uhr Wenn Hass an die Haustür klopft - Wie Rechtsextreme Bürger einschüchtern

Cavoglave, Kroatien. Öffentliche Feierlichkeiten zum kroatischen Nationalfeiertag Tag des Sieges und der heimatlichen Dankbarkeit.; 'Bild: PHOENIX/ZDF/ARTE/GHfilms/Christopher Bobyn' (S2)   Cavoglave, Kroatien. Öffentliche Feierlichkeiten zum kroatischen Nationalfeiertag Tag des Sieges und der heimatlichen Dankbarkeit.

In Remscheid hilft die 74jährige Rentnerin Doris Werheid Flüchtlingen ehrenamtlich beim Deutschlernen. Dann werden die Scheiben ihres Autos eingeschlagen und der Lack  zerkratzt. In der Caritas-Station ihres Heimatortes werden Fensterscheiben eingeworfen – vier Mal allein im letzten Jahr. Und es werden Parolen an Hauswände gesprüht: „Nigger raus“, „Terrorhelfer“ und „Volksverräter“. In den vergangenen anderthalb Jahren gab es über 70 solcher Übergriffe in Remscheid und Umgebung, und es hört nicht auf. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter aus der rechten Szene stammen. „die story“ deckt auf, wie Rechte versuchen, ein Klima der Angst zu erzeugen und wie sich Bürger dagegen wehren. Schaffen es die Rechten, ehrenamtliches Engagement zu verhindern?

Der evangelische Pfarrer Charles Cervigne aus Aldenhoven im Kreis Düren kennt das auch: Mehrmals werden die Fenster seiner Kirche eingeschlagen, die Reifen des Gemeindebusses plattgestochen. Schließlich droht ihm jemand wegen seiner Flüchtlingsarbeit Prügel an. Dann klingelt es an seiner Tür, und er wird von Unbekannten attackiert. Längst sind die Hemmschwellen gefallen. Das Bundeskriminalamt verzeichnet im Jahr 2016 weit über 800 Übergriffe gegen Amts- und Mandatsträger. Wer sich ehrenamtlich engagiert, ist in Gefahr. Mehr als 70 Prozent der Fälle von Bedrohung, Sachbeschädigung und Gewalttaten gehen in NRW auf das Konto von Rechtsextremen. Die Aufklärungsquote solcher Taten ist gering.

Auch ehrenamtliche Politiker wie die junge SPD-Vorsitzende Wiebke Esdar aus Bielefeld oder die Ratsfrau der Linken Angelika Kraft-Dlangmandla fühlen sich terrorisiert. Rechte ermuntern andere auf Facebook, deren Wohnort zu ermitteln oder organisieren im Fall der Linken-Politikerin spontane Versammlungen vor der Haustür. Dabei nutzen die Akteure den Schutz der Anonymität oder dosieren ihre Aktionen so geschickt, dass eine Strafbarkeit nur sehr schwer nachzuweisen ist.

Film von Wolfgang Minder und Fritz Sprengart, WDR/2017

23.00 Uhr Rechts, zwo, drei - Driftet Europa ab?

In Europa haben rechte Parteien Zulauf. Sie hetzen offen gegen Flüchtlinge und fordern eine Rückkehr zu erzkonservativen Werten und nationalistischen Idealen. Ist Europa stabil genug, um die neue Herausforderung durch Rechtspopulisten zu bestehen? Die Dokumentation geht dem Phänomen in Kroatien, Polen, Deutschland und Frankreich nach.

Furcht vor dem Fremden, Angst vor muslimischer Zuwanderung, Ablehnung demokratischer Strukturen, Wut und Hass auf gewählte Politiker. In Ländern wie Polen, Deutschland oder Frankreich geht es um politische Macht und wachsenden Einfluss - auch auf Europa.

Weniger im Fokus, aber sehr brisant: Kroatien. Auch ohne Flüchtlingsprobleme sorgt eine nationalistische Regierung, angesichts einer tiefen Wirtschaftskrise, für rechte Stimmungsmache. Es kommt zu offenem Neonazismus. Was treibt die Anführer der rechten Parteien Europas wirklich an? Welche Folgen hat der Rechtsruck für die demokratischen Gesellschaften und für den Zusammenhalt der Europäischen Union?

Ursachen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der rechten Bewegungen werden hinterfragt, wobei sowohl Experten als auch politische Gegner zu Wort kommen. Wie xenophob sind die Europäer - und können wir die Furcht vor Fremden überwinden? In einer vertiefenden Analyse zeigen Wissenschaftler, warum Europas Rechtspopulisten Fremdenhass und die Angst vor Flüchtlingen für sich nutzen können.

Film von Sebastian Bellwinkel, Christopher Bobyn, Nicola Burfeindt, Detlev Konnerth, Adrian-Basil Mueller, Romy Strassenburg, Tita von Hardenberg und Marta Werner, ZDF/arte/2016

0.30 Uhr Die Blutspur Rechter Terror in Deutschland

Ihre Opfer haben die falsche Religion, Hautfarbe oder politische Meinung: Seit Jahrzehnten mordet ein rechtsterroristisches Netzwerk in Deutschland. „ZDF-History“ verfolgt seine Blutspur. Die Mordserie des NSU ist weder restlos aufgedeckt noch beispiellos: Vielmehr ist sie der aktuellste Coup einer gut vernetzten rechten Terror-Guerilla. Zu Beginn der 70er Jahre gegründet, mordet sie lange weitgehend unerkannt.

So erschüttert bereits Anfang der 90er Jahre eine Serie von Bombenanschlägen auf Migranten die Stadt Köln. Getarnt als Weihnachtspaket oder im Autostaubsauger versteckt, sollen sie den Tod bringen. Die Opfer überleben, die Täter werden nie gefasst. Die Sprengstoffanschläge wirken wie eine Blaupause für den tödlichen NSU-Mord in einem iranischen Lebensmittelladen in der Kölner Probsteigasse, acht Jahre später.
Es gibt Hinweise auf enge Verbindungen der NSU-Täter zu rechtsextremen „Alt-Nazis“ wie Manfred Roeder und zur westdeutschen Neonazi-Szene der 70er Jahre. Eine Bewegung, die seit jeher bestens vernetzt ist mit europäischen Gleichgesinnten und palästinensischen Terrororganisationen. In diesem Umfeld radikalisierte sich auch das Zwickauer Terror-Trio Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe.

„ZDF-History“ analysiert die Geschichte des rechten Terrorismus nach 1945, zeigt die mörderische und feige Handschrift der rassistischen Killerkommandos in Deutschland und Europa und belegt, dass an den Taten des NSU nichts zufällig war.

Film von Rainer Fromm, Christian Twente und Udo Frank, ZDF/2017


Mehr zum Thema


LOGIN





Zurück: November 2017 Sendeplan für Dezember 2017 Weiter: Januar 2018
Mo Di Mi Do Fr Sa So
01 02 03
04 05 06 07 08 09 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31
Bild des RSS-Logos und Hintergrundmuser; phoenix

RSS-Feeds

Bleiben Sie mit den RSS-Feeds der phoenix-Presselounge immer auf dem neuesten Stand.

© 2017 phoenix phoenix ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.