Dokumentation

Mittwoch, 09. August 2017, 22.15 Uhr

Thema: Bienensterben

22.15 Uhr Expeditionen ins Tierreich Riesenschwärme - Die Masse macht's

Professor Norman Gary ist der Bienenmann - er parfümiert sich mit dem Duft der Bienenkönigin und wird daher nicht vom Bienenvolk gestochen.   Professor Norman Gary ist der Bienenmann - er parfümiert sich mit dem Duft der Bienenkönigin und wird daher nicht vom Bienenvolk gestochen.

Wenn Heuschrecken oder Eintagsfliegen, Stare oder Fledermäuse in Millionen auftreten, bilden sie oft einen Superorganismus von unglaublicher Kraft. Für diesen Film machen es Spezialkameras erstmals möglich, Teil eines solchen Schwarms zu werden. Er zeigt Beispiele aus der ganzen Welt und erklärt, warum sich Tiere zu riesigen Gruppen zusammenschließen und welche Vorteile sie dadurch haben. Aber auch welche Gefahren von ihrem massenhaften Auftreten ausgehen.

Die riesigen Gnuherden der Serengeti locken auch Löwen und Geparden in Scharen an. Für die Raubkatzen sind die wandernden Herden eine der wichtigsten Nahrungsgrundlagen. Und trotzdem kommen immer genügend Tiere durch, um den Erhalt der Art zu sichern -  die Masse macht´s. Das Individuum taucht unter und findet im Schwarm oder in der Herde Schutz. Eine ähnliche Strategie haben Stare entwickelt, die alljährlich zu Hunderttausenden in Rom einfallen. Der Film zeigt in eindrucksvollen Bildern, wie sich die gewaltigen Schwärme am Abendhimmel hin und her bewegen und so die angreifenden Falken verwirren.

Die größten Tieransammlungen bilden jedoch Insekten. Wer je einen Heuschreckenschwarm gesehen und ihren unstillbaren Appetit erlebt hat, versteht sofort, warum sie zu den biblischen Plagen zählen. Ganze Landstriche werden von den Sechsbeinern kahl gefressen. Nutzen hingegen bringen die Riesenschwärme von Fliegen, die wie Tornados über dem Viktoriasee in Ostafrika wirbeln. Die Bewohner „ernten“ die Insekten mit Töpfen und Pfannen und nutzen sie als willkommene Eiweißquelle. „Fliegen-Burger“ sind hier eine Delikatesse. Diese und viele andere Geschichten erzählt der vielfach ausgezeichnete Filmemacher John Downer in faszinierenden Bildern.

Film von John Downer, NDR/2009

23.00 Uhr Das Geheimnis des Bienensterbens

Ein Drittel der menschlichen Nahrung hängt heute unmittelbar von der Biene ab, dem wichtigsten Bestäuber von Pflanzen. Doch seit mehreren Jahren sterben weltweit Milliarden von Bienen ohne sichtbaren Grund. Bislang konnte kein Krankheitserreger als Ursache des Massensterbens ausfindig gemacht werden. Wissenschaftler zahlreicher Fachrichtungen suchen nach einer Erklärung. Hat die Wissenschaft eine Antwort gefunden? Kann sie die Bienen überhaupt retten?

Im Jahr 2006 machte die Nachricht aus den USA Schlagzeilen, Milliarden von Bienen seien verendet. Viele Bienenzüchter fanden leere Bienenstöcke vor. Die US-Regierung beauftragte eine Gruppe von Wissenschaftlern mit der Untersuchung dieses mysteriösen Sterbens, das sogleich einen eigenen Namen bekam: Colony Collapse Disorder (CCD; auf Deutsch: „Völkerkollaps“). Über die Ursachen gibt es bisher nur Vermutungen - Genmutation, neue Pestizide, Mobilfunkstrahlungen, ein Virus -, aber keine endgültige Erkenntnis. Seitdem investieren Regierungen und verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen beachtliche Mittel in die Erforschung und mögliche Beseitigung der Ursache dieser sich anbahnenden Katastrophe.

Der Film geht auch der Frage nach, wie es zu den radikalen Veränderungen im Verhältnis von Mensch und Biene kam, das sich lange Zeit im Gleichgewicht befand. Lange bevor Colony Collapse Disorder in die Schlagzeilen geriet, hatten Wissenschaftler und Bienenzüchter den Schwund der Bienen und anderer Bestäuber festgestellt.

Bisher gibt es keine genauen Diagnosen der Wissenschaftler. Aber selbst wenn die Forschung die Ursachen dingfest macht, ist damit noch kein Heilmittel gefunden. Die Wissenschaft bleibt machtlos, solange landwirtschaftliche Produktionsmethoden nicht kritisch hinterfragt und verändert werden. Aber ist die Menschheit bereit, sich dieser Herausforderung zu stellen?

Film von Mark Daniels, arte/2014

0.30 Uhr Unser Honig: geliebt und gefährdet

Der Honig: rein, natürlich und gesund - die goldene Gabe der Natur. Kaum ein anderes Lebensmittel genießt in Deutschland einen derart guten Ruf, und nirgendwo sonst wird so viel Honig verzehrt wie hierzulande: durchschnittlich um die 1,1 Kilo pro Kopf und Jahr. Doch die Nachfrage ist erheblich größer als das Angebot der einheimischen Imker. Woher kommt also unser Honig? Wie rein ist er tatsächlich? Und wie gesund?
Der Film begleitet deutsche und ausländische Imker durch das Bienenjahr und klärt über die modernen Produktionsbedingungen auf.

Dem Honig werden wahre Superkräfte zugeschrieben: Er verhindert bakterielles Wachstum, fördert Wundheilung, hilft gegen Erkältung, Fieber und vielleicht sogar gegen Pickel. Kein Wunder, dass der meiste Supermarkthonig in den nasskalten Monaten zwischen Oktober und März verkauft wird. Hält uns der Honig wirklich gesund? Auch der vom Discounter?

Die gesetzlich vorgeschriebene Herkunftsbezeichnung auf den Honiggläsern in den Supermärkten und Discountern bleibt überaus vage: „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“ steht dort meist auf den Etiketten. Um die 20 Prozent des hier verkauften Honigs werden noch von deutschen Bienen eingeflogen - den großen Rest produzieren Mittel- und Südamerika, China und Osteuropa. Doch selbst wer vom kleinen Imker „um die Ecke“ kauft, kann sich nicht 100 Prozent sicher sein, dass sein Honig wirklich regional ist, denn auch Mitglieder des Deutschen Imkerbundes dürfen - und das ganz legal - die Hälfte ihres Honigs aus anderen Quellen dazukaufen.

Dass die hoch industrialisierte Landwirtschaft und der Verbraucherwunsch nach gesunder, regionaler Ernährung im Widerspruch stehen, ist allgemein bekannt. Aber den einheimischen Imkern und ihren Bienen drohen zusätzliche Schwierigkeiten: Probleme, die bislang noch wenig Aufmerksamkeit erregten und doch wie ein Damoklesschwert über der Honigproduktion schweben.

Film von Tim Böhme, NDR/2016


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