Dokumentation

Mittwoch, 02. August 2017, 22.15 Uhr

Thema: Nordkorea

22.15 Uhr Geheimakte Kim Jong Un - Nordkoreas rätselhafter Führer

Kim Jong Un kann sein Land immer weniger abschirmen, trotzdem will er keine Verhandlungen mit dem Westen.; Bild: PHOENIX/ZDF/Ampersand' (S2)   Kim Jong Un kann sein Land immer weniger abschirmen, trotzdem will er keine Verhandlungen mit dem Westen.

Er ist allgegenwärtig und äußerst rätselhaft: Kim Jong Un, Nordkoreas Machthaber. 2011 beerbte er seinen verstorbenen Vater, als dritter Machthaber der Kim-Dynastie in Folge. Kim wurde in der Schweiz ausgebildet, ging auf eine öffentliche Schule, soll ein fleißiger und ehrgeiziger Schüler gewesen sein, der viel Spaß am Basketball hatte. Die Hoffnung des Westens: Mit ihm als Nachfolger seines Vaters könne sich das Land vorsichtig öffnen. Doch in Wirklichkeit verschärfte sich seit seiner Machtübernahme die Nordkorea-Krise. Die Dokumentation befragt Zeitzeugen und Experten und gibt exklusive Einblicke in das Leben des wohl rätselhaftesten Diktators der Welt.

Nach mehreren Atomwaffentests erklärte sich das Land 2012 selbst zur Atommacht. Der UN-Sicherheitsrat verhängte danach Sanktionen, das Regime provozierte weiter mit Militärmanövern und Atomtests.

Auch im familiären Umfeld ging Kim Jong Un mit harter Hand gegen Kritiker vor. So ließ er 2013 seinen Onkel Jang Song-Thaek wegen angeblicher Umsturzversuche hinrichten. Auch seine Tante verschwand - unklar ist, ob sie das Schicksal ihres Mannes teilt oder ob sie Selbstmord beging.

Die Versuche des Westens, eine Annäherung mit dem Regime zu erzielen, schlugen bislang alle fehl. Einzig der amerikanische Basketball-Star Dennis Rodman sollte mit skurrilen Besuchen in Pjöngjang zeigen, dass der Diktator ein Mann zum Anfassen ist.
Die Dokumentation zeigt das Bild eines Mannes, der sein Land immer weniger abschirmen und abschotten kann, aber trotzdem keine Verhandlungen mit dem Westen aufnehmen will. Der Autor Anthony Dufour berichtet auch Persönliches, so beispielsweise über die Freundschaft Kims zu einem japanischen Koch oder über die bewusst inszenierte Ehe mit der Sängerin Ri Sol-Ju.

Film von Anthony Dufour, ZDF/2017

23.00 Uhr Inside Nordkorea

„Mein Vater sagt, dass Korea das schönste Land der Welt ist. Bei uns geht die Sonne als erstes auf“, sagt Sin Mi, die achtjährige Heldin des Films. Nordkorea will dem Rest der Welt das perfekte Leben in einem perfekten Staat zeigen. Ein perfektes Mädchen in einer perfekten Schule. Die perfekte Tochter perfekter Eltern, die im Zentrum der perfekten Hauptstadt leben. Dafür erteilt der Staat dem Filmemacher Vitalij Manskij tatsächlich eine Drehgenehmigung. Normalerweise ist es schwer, überhaupt einreisen zu dürfen. Ein Jahr lang begleitet Manskij Sin Mi und ihre Familie. Das Drehbuch dazu schrieben natürlich die nordkoreanischen Behörden.

In diesem Land, in dem unabhängiges Filmemachen unmöglich und das Filmteam nie unbeobachtet ist, gelingt Vitalij Manskij eine filmische Sensation: Er greift die ständige Überwachung und Zensur geschickt auf und legt die propagandistische Inszenierung schonungslos offen. Und so gibt der Film in beeindruckenden Bildern und mit einer ausgefeilten Dramaturgie am Ende doch einen einzigartigen Einblick in das alltägliche Leben der Bewohner der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang.

Film von Vitalij Manskij, MDR/2016

0.30 Uhr Im Niemandsland - Was Korea teilt

Sie folgt dem 38. Breitengrad, ist vier Kilometer breit und 250 Kilometer lang: die demilitarisierte Zone Koreas. Sie steht unter UN-Verwaltung und manifestiert seit dem Ende des Korea-Krieges 1953 die Teilung des Landes in Süd- und Nordkorea. Noch nie zuvor hatte eine zivile Beobachtungsmission die Genehmigung erhalten, innerhalb dieser Zone zu drehen.

Versteckte und verschwiegene Realitäten werden zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht: wie zum Beispiel der von den Nordkoreanern gebaute, bis tief in die südliche Zone reichende Infiltrationstunnel. Oder die von den Südkoreanern betriebene Spezialkaserne, wo die psychischen Schäden der Soldaten, die auf den Wachtürmen einsame Wache halten, behandelt werden. Oder auch die über ein halbes Jahrhundert alten Massengräber der russischen, amerikanischen, chinesischen oder koreanischen Soldaten.

Nach über 60 Jahren der Existenz dieser „Mauer“ und einem Kalten Krieg, der bereits 1989 endete, ist diese Erkundungsreise innerhalb der DMZ, wie die Zone auch genannt wird, die Gelegenheit, auch über die Bedingungen nachzudenken, die den beiden feindlichen Bruderstaaten einer Wiedervereinigung näherbringen könnten.

Film von Jeong Gyong-youl, ZDFinfo/2016


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