Dokumentation

Montag, 17. Juli 2017, 22.15 Uhr

Thema: Kriegskinder

22.15 Uhr Das Schicksal der Kinder von Aleppo - Neue Heimat Deutschland

 Immer in Kontakt mit ihren neuen Freunden: Helen Qasmo.; Bild: phoenix/ZDF/Alina Emrich' (S2)   Immer in Kontakt mit ihren neuen Freunden: Helen Qasmo.

Am schlimmsten für Hala Qasmo ist es, morgens den Kaffee allein zu trinken. Ohne ihren Mann. In einem fremden Land – ihrer neuen Heimat Deutschland. Sie hat mit ihm und vier Kindern in Aleppo direkt an der Front des Bürgerkriegs gelebt.

Halas Mann Abu Ali war Kommandeur in der Freien Syrischen Armee. Sie und die Kinder wollten nicht von seiner Seite weichen und haben dafür in Aleppo tägliche Bombardements ertragen. Marcel Mettelsiefen dokumentierte 2013 das Leben der Familie und wurde für seinen Film mit dem Emmy Award und dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Er hat das dramatische Schicksal der Familie nach seinem ersten Film weiter begleitet.

Ihr Leben hat sich seitdem noch einmal völlig geändert. Nachdem der Familienvater Abu Ali von IS-Kämpfern gefangengenommen, möglicherweise hingerichtet wurde, entscheidet seine Frau Hala mit den Kindern Syrien zu verlassen und über Istanbul – wie Hunderttausende andere Syrer – nach Deutschland zu fliehen. Marcel Mettelsiefen hat die Familie beim Abschied aus Syrien und auf ihrer Flucht bis zu ihrer neuen Heimat in Goslar begleitet.

Hier sind sie nun endlich in Sicherheit, doch für sie beginnt ein Leben mit ganz neuen Schwierigkeiten, ohne den Vater und Ehemann, in einem völlig fremden Land. Für alle bedeutet es etwas anderes: Hala muss nun allein für die Familie sorgen, lebt in Gedanken aber immer noch in Syrien und versucht herauszufinden, ob ihr Mann doch noch lebt.

Helen, die älteste Tochter, versucht dagegen, Syrien zu vergessen und ganz wie ein deutscher Teenager zu leben. Ihr Bruder Mohammed wiederum reagiert ganz anders, wendet sich auf der Suche nach seinen Wurzeln dem Koran zu. Wie werden sie die neue Herausforderung meistern? Wird es ihnen gelingen, sich in Deutschland ein neues Leben aufzubauen?

Der Film erhielt 2017 eine Oscar-Nominierung sowie den „Deutschen Fernsehpreis“.

Film von Marcel Mettelsiefen, ZDF/2016

23.00 Uhr Die gestohlene Kindheit - Aufwachsen in Afghanistan

Niazwali ist zwölf Jahre alt. Er trägt bereits die Verantwortung für die gesamte Familie. Er sammelt Müll und verkauft das, was verwertbar ist. Vom Erlös besorgt er Brot für seine Geschwister. ARD-Korrespondent Gábor Halász begleitet ihn und andere Kinder in Afghanistan, die im Schatten von Krieg und Terror aufwachsen.

Kinder sind oft die ersten Opfer des Krieges. Eine Million von ihnen ist unterernährt. Sie müssen früh arbeiten, und selbst wenn sie die Schule beenden, haben sie am Ende kaum Chancen.

Vieles hängt zudem davon ab, ob man als Junge oder Mädchen geboren wird. Fatima wächst als Musawir auf: Gemeinsam mit ihren Eltern täuscht sie vor, ein Junge zu sein. Nur Töchter zu bekommen steht in Afghanistan gleich mit elterlichem Versagen. Also wird geschummelt – Fatima darf Fußballspielen und Eislaufen. Doch wenn die Pubertät beginnt, bricht das Lügengebilde zusammen.

Film von Gábor Halász, phoenix/MDR/2017

23.15 Uhr Die Flakhelfer - Zwischen Luftkampf und Lateinklausur

„Die Bomben auf Helgoland haben fast ausschließlich junge Flakhelfer getroffen. Diese bittere Erfahrung habe ich mein ganzes Leben mit mir getragen“, erinnert sich Wolfgang Altenburg, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr. Er ist einer von rund 200.000 Oberschülern, die von 1943 an als Flakhelfer der Luftwaffe und Marine für den „Endsieg“ in den Krieg beordert wurden. Der Film von Heinrich Billstein erzählt die Geschichte dieser Generation.

Die Dokumentation lässt vor allem die ehemaligen Flakhelfer zu Wort kommen: Männer, die heute die letzten lebenden Teilnehmer des Krieges sind. Sie erzählen von ihren Erlebnissen, ihrem Alltag und den Ängsten im Bombenkrieg. Wie sie neben den Kanonen der deutschen Luftabwehr auch noch Schulunterricht hatten, Klassenarbeiten schrieben und Lateinvokabeln paukten. Sie berichten über ihren Dienst in den Flakstellungen vor Bremen, ihren Einsatz in Mittel- und Süddeutschland, auf Helgoland und sogar in Auschwitz.

Drei komplette Oberschüler-Jahrgänge waren von 1943 bis 1945 als Schülersoldaten im Einsatz. Die Geschichte der jungen Flakhelfer ist dennoch keine Geschichte einer verlorenen Generation. Denn viele, die heil aus dem Krieg zurückkehrten, holten ihr Abitur nach, oft auf derselben Schulbank, von der aus sie in den Krieg ziehen mussten. Ernüchtert vom Nationalsozialismus, desillusioniert und skeptisch bauten sie fleißig und erfolgreich die Bundesrepublik auf. Und nicht wenige von ihnen haben in führenden Positionen das neue Nachkriegs-Deutschland mitgeprägt.

Film von Heinrich Billstein, RB/2016

0.30 Uhr Tödliches Spiel - Amerikas Waffen in Kinderhand

Jedes Jahr kommen in den USA rund 3000 Kinder ums Leben, weil sie Zugang zu scharfen Waffen hatten. Über Schießereien an Schulen wird mit alarmierender Regelmäßigkeit berichtet - ebenso über tragische Vorfälle, wenn Kinder versehentlich zur Waffe greifen und auf andere Menschen schießen. Insgesamt befinden sich in den USA 300 Millionen Schusswaffen in Privatbesitz. Und die Waffenlobby ist weiter stark, auch wenn es immer mehr Stimmen gibt, die den Zugang zu Waffen einschränken wollen.

Film von Chantal Lasbats, ZDFinfo/2016


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