Dokumentation

Montag, 19. Juni 2017, 20.15 Uhr

Mythos Trümmerfrau

 Für verbesserte Lebensmittelkarten meldeten sich in Berlin und in der Sowjetischen Besatzungszone viele Frauen zur Trümmerarbeit. (Archivfoto, April 1946, Trümmerfrauen, Berlin); Bild: PHOENIX/WDR/Interfoto' (S3).   Für verbesserte Lebensmittelkarten meldeten sich in Berlin und in der Sowjetischen Besatzungszone viele Frauen zur Trümmerarbeit. (Archivfoto, April 1946, Trümmerfrauen, Berlin)

Die Trümmerfrau als Heldin des Wiederaufbaus ist fester Bestandteil nahezu jeder historischen Darstellung der Nachkriegszeit in Deutschland. Die Dokumentation von Judith Voelker und Julia Meyer unternimmt eine kritische Würdigung dieser Gründungslegende. In einer spannenden Spurensuche deckt der Film auf, dass vieles von dem, was bis heute über die Nachkriegsjahre bekannt ist, sich damals tatsächlich ganz anders zugetragen hat.

Vertraute Bilder: Frauen räumen Schutt beiseite, bilden lange Ketten, um die Trümmerberge des Zweiten Weltkriegs wegzuschaffen. Der Film zeigt auf, wie das Klischee um die Trümmerfrauen entstanden ist und wie es in den vergangenen 70 Jahren mehrfach umgestaltet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg, während der Zeit der deutschen Teilung, in der bundesdeutschen Rentendebatte und nach der Wiedervereinigung wurde die „Trümmerfrau“ für gesellschaftliche Debatten benutzt - so lange, bis das Klischee stärker war als die historische Realität. Auch heute noch erfüllt der Mythos eine Funktion, die es schwer macht, sich von ihm zu befreien.

Film von Judith Voelker und Julia Meyer, WDR/2016


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