Dokumentation

Mittwoch, 24. Mai 2017, 20.15 Uhr

Das Imperium der weißen Mönche – Petra Gerster auf den Spuren der Zisterzienser

Auch Jahrhunderte nach dem Niedergang des Zisterzienserordens sehen ihre Klosteranlagen noch aus wie damals: weder Schmuck noch Bilder an den Wänden sollten die Zisterziensermönche von ihrem streng geregelten Tagesablauf ablenken.; Bild: PHOENIX/ZDF/Tom Kaiser' (S2)   Auch Jahrhunderte nach dem Niedergang des Zisterzienserordens sehen ihre Klosteranlagen noch aus wie damals: weder Schmuck noch Bilder an den Wänden sollten die Zisterziensermönche von ihrem streng geregelten Tagesablauf ablenken.

Am Anfang waren die Zisterzienser nur eine kleine radikale Minderheit unter den Mönchen, weil ihnen der Sittenverfall ihrer Brüder ein Skandal war. Ihr Kampfruf hieß „Einfachheit“. Statt dem Luxus zu frönen und sich bedienen zu lassen, wollten die weißen Mönche zurück zu den Ursprüngen des Mönchtums, wollten ein asketisches, gottgefälliges Leben führen und wieder ausschließlich von ihrer eigenen Hände Arbeit leben. Doch mit dem wachsenden  Erfolg ihrer Bruderschaft entfernten sie sich zusehends von ihren ehrenwerten Grundsätzen und stießen an die Grenzen ihres Wachstums – der Anfang vom Niedergang des Ordens. Petra Gerster begegnet Historikern, Önologen und Ökonomen, um die Geschichte der Zisterzienser zu erzählen.

Mit dem Eintritt Bernhards von Clairvaux im Jahr 1112 wächst der Orden explosionsartig. Die Beispiellosigkeit schlug bereits die Zeitgenossen in den Bann: „Die Welt droht zisterziensisch zu werden!“ Ausgehend vom Mutterkloster Cîteaux im Burgund entwickelte sich der kleine Reformorden zum größten Klosterverband, den die Christenheit bis dahin gesehen hat. Bereits Mitte des 12. Jahrhunderts zählte er über 340 Niederlassungen in ganz Europa.

Und die Zisterzienser entpuppten sich als ebenso gewiefte Manager wie eifrige Beter, als erfindungsreiche Ökonomen und geschickte Marketingexperten. Sie besetzten Schlüsselpositionen in Welt und Kirche. Ihr Chefdenker Bernhard von Clairvaux galt vielen gar als „heimlicher Papst“. Doch mit dem berauschenden Erfolg entfernten sich die weißen Mönche zusehends von ihren ehrenwerten Grundsätzen und stießen an die Grenzen ihres Wachstums – der Anfang vom Niedergang des Ordens.

Welches Geheimnis verbirgt sich hinter dem rasanten Aufstieg und jähen Absturz der Zisterzienser? Wie modern war ihre Organisation tatsächlich? Und was ist geblieben vom einst mächtigsten Imperium des Mittelalters?

Diesen Fragen geht Petra Gerster an historischen Schauplätzen nach. Ihre Suche führt unter anderem ins Kloster Eberbach, wo Mönche das größte Weinunternehmen der damaligen Welt aufbauten, und nach Maulbronn, in die am vollständigsten erhaltene Klosteranlage des Mittelalters nördlich der Alpen. Und natürlich wird diese Spurensuche an die Ursprungsorte der Zisterzienser im Burgund führen.

Film von Daniel Sich, ZDF/2016


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