Dokumentation

Freitag, 19. Mai 2017, 20.15 Uhr

Die Kanarischen Inseln (1/3 bis 3/3)

20.15/0.45 Uhr Die Kanarischen Inseln Lanzarote & Fuerteventura

Meeresbiologin Natascha Aguilar de Soto.   Meeresbiologin Natascha Aguilar de Soto.

Auf Lanzarote haben unzählige Vulkanausbrüche eine bizarre Mondlandschaft geformt. Dem karstigen, trockenen Boden Nahrung abzugewinnen, stellt für die Bewohner eine große Herausforderung dar. Und doch gelingt es ihnen, sogar Wein zu produzieren. Im Schutze tausender kleiner Mulden, die als Wasserspeicher wirken, ziehen sie Rebstöcke auf porösem Vulkangestein. Nur 15 Kilometer südlich von Lanzarote liegt Fuerteventura, Anziehungspunkt für Wassersportler aus aller Welt, die vor allem an den unzähligen kleinen Buchten der Nordküste ideale Bedingungen finden.

„Inseln der Glückseligen“ - so wurden die Kanaren in der Antike genannt. Bis heute betören sie mit einem milden Klima, zerklüfteten Vulkanlandschaften, einer einzigartigen Vegetation und der Verbindung von iberischer, kanarischer und afrikanischer Kultur.

Lanzarote, die „schwarze Perle“ im Atlantik, ist vielen Bewohnern eine Quelle der Inspiration. Der einheimische Künstler und Architekt César Manrique verwirklichte auf „seiner“ Insel zukunftsweisende Projekte, zum Beispiel das Aussichtsrestaurant Mirador del Río, bei dem es so scheint, als flössen Landschaft und Gebäude ineinander. Aus der einzigartigen vulkanischen Erde, die er auf Streifzügen in die Berge sammelt, stellt der Töpfer Aquilino Rodriguez seinen eigenen Ton her. So enthält jedes Objekt aus seinem Ofen ein Stück Lanzarote.

Auf Fuerteventura ist der Surfer Luis de Dios zu Hause. Um sein Paradies zu bewahren, befreit Luis die Strände, an denen er surft, regelmäßig vom Müll - und macht daraus Kunst. Den scheinbar nie abflauenden Wind, den die Surfer so lieben, nutzten die Bewohner Fuerteventuras schon immer: Hunderte von Windmühlen zeugen davon, doch nur drei sind noch in Betrieb. Die Mühle von Tiscamanita ist seit 18 Jahren in der Obhut von Jorge Padilla. Jeden Morgen setzt er die Segel des „widerspenstigen Tieres“, wie er seine Windmühle nennt.

Die vielen Brauntöne der Insel erinnern aus der Ferne an eine nordafrikanische Wüstenlandschaft. Tatsächlich gibt es hier kilometerlange Sandgebiete, wie die Wanderdüne El Jable. Die junge Umweltwissenschaftlerin Yanira Arocha hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Düne zu retten, um ein einzigartiges Stück Fuerteventura für zukünftige Generationen zu bewahren.

Film von Christian Stiefenhofer, SWR/2013

21.00/1.30 Uhr Die Kanarischen Inseln Teneriffa, El Hierro & La Palma

El Hierro ist die kleinste Insel der Kanaren. Bis zur Entdeckung Amerikas galt sie als das westliche Ende der Welt. Auf Teneriffa, der größten Insel des Archipels, erhebt sich Spaniens höchster Berg, der Pico del Teide. Gemeinsam mit seinem Pendant auf La Palma, dem Roque de Los Muchachos, dient der Teide als Standort für die Europäische Nordsternwarte. La Palma trägt den Beinamen „La Isla Bonita“, die schöne Insel, und ist vor allem ein Wanderparadies für Individualtouristen.

Auf El Hierro konnten in einer von Menschen weitgehend unberührten Natur die Rieseneidechsen bis heute überleben. Juan Pedro hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, sie zu hegen und zu pflegen. Er ist ein stolzer Herreño, groß und kräftig, einst Meister im kanarischen Ringkampf. Auch den „Salto del Pastor“ beherrscht er noch, den Sprung mit Hilfe eines langen Stocks, mit dem die Hirten sich früher mühelos durch das felsige Gelände bewegten.

Auf Teneriffa, der größten Insel des Archipels, erhebt sich Spaniens höchster Berg, der gut 3700 Meter hohe Pico del Teide. Die Ureinwohner wagten nicht, ihn zu betreten. Die Geologin Gladys Rodriguez weiß, was die Guanchen derart mit Ehrfurcht erfüllte: Der mächtige Vulkankegel ragt bis in die Wolken, oft auch darüber hinaus. Auf den steilen Kraterwänden und Geröllfeldern scheint alles Leben erloschen. Gemeinsam mit seinem Pendant auf La Palma, dem 2426 Meter hohe Roque de Los Muchachos, dient der Teide als Standort für die Europäische Nordsternwarte. Auch der Forschungskomplex auf La Palma liegt inmitten einer unwirklichen Kraterlandschaft. Er verfügt über ein gutes Dutzend Teleskope, darunter das größte Spiegelteleskop der Welt.

Der Schönheit von La Palma kann sich auch Victoria Torres nicht entziehen. Nach langen Auslandsaufenthalten hat sie sich ihrer Wurzeln besonnen und erfüllt sich hier einen Traum. Sie bewirtschaftet alte Weinberge wieder und erntet Malvasier-Trauben. Der schwere, honigsüße Weißwein war lange Zeit das wichtigste Exportprodukt der Insel. Die vulkanischen Böden sorgen für das Aroma der Trauben, daher entwickeln die Weine eine einzigartige Charakteristik.

Film von Lisa Eder-Held, SWR/2013

21.45/2.15 Uhr Die Kanarischen Inseln Gran Canaria & La Gomera

Drei Millionen Menschen machen jedes Jahr Urlaub auf Gran Canaria, dennoch findet man im Süden und im Inselinneren immer noch verträumte Dörfer und fast unbewohnte Täler - das unbekannte Gran Canaria. La Gomera ist die kleine Schwester von Gran Canaria. Wer hier lebt und arbeitet, hat sich für ein Leben in Muße entschieden.

In Maspalomas auf Gran Canaria brüten in der Charca, einem erst vor kurzem angelegten Süßwassertümpel, inzwischen wieder seltene Wasservögel. Der Film begleitet den Leiter der Umweltbehörde, wenn er früh morgens am Rande der Charca in Tarnkleidung Teichhühner fotografiert. Das ist sein Hobby. Seine große Sorge aber gilt den zunehmenden Stürmen, die bewirken, dass immer mehr Dünensand ins Meer getragen wird. Was kann getan werden, um die Dünen von Maspalomas zu retten?

Am Stadtstrand von Las Palmas, in Las Canteras, trainiert regelmäßig eine der besten Lucha-Canaria-Kämpferinnen der Kanaren, Soledad Guerra. Sie schafft es, sogar einen 110-Kilo-Mann aufs Kreuz zu legen.

In der Altstadt von Las Palmas, in La Vegueta, hat die junge preisgekrönte Modedesignerin Aurelia Gil ihr Atelier. Im verträumten Dorf Tejeda verrät die Zuckerbäckerin Rosa Marí Medina Vega das Rezept für ihre berühmte Mandeltorte, und in Galdár erzählt eine Archäologin, woran die Ureinwohner, die Guanchen, einst glaubten.

La Gomera ist die kleine Schwester von Gran Canaria. Wer hier lebt und arbeitet, hat sich für ein Leben in Muße entschieden. So wie der Schuhmacher Domingo, der aus einem Hobby seinen Beruf machte.

Der Film zeigt, wie Kinder die gomerische Pfeifsprache El Silbo erlernen. Er stellt den fantastischen Nationalpark Garajonay vor und den besten Koch der Insel, der ein ganzes Menü aus Bananen zaubert.

Film von Sigrid Faltin, SWR/2013


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