Dokumentation

Montag, 08. Mai 2017, 20.15 Uhr

Die Brücke von Remagen

Brücke von Remagen - rechts ein US-Soldat, 1945; Bild: PHOENIX/WDR/Kubny Filmproduktion' (S2)   Brücke von Remagen - rechts ein US-Soldat, 1945

Eine der erstaunlichsten Geschichten des Kriegsendes im Westen hat sich an der Brücke von Remagen abgespielt. Die letzte nicht von den Deutschen gesprengte Rheinbrücke wurde von der US-Army erobert und für einen raschen Vormarsch auf die rechte Rheinseite genutzt. Das hat den Krieg an Rhein und Ruhr um Wochen verkürzt. Innerhalb von 24 Stunden überquerten damals 8.000 amerikanische Soldaten den Rhein. In Deutschland geriet diese Geschichte lange Zeit in Vergessenheit.

Die Brücke wurde nicht wieder aufgebaut, sie hatte keine Bedeutung nach dem Krieg. Als Hans-Peter Kürten 1965 Bürgermeister von Remagen wurde, erkannte er das schlummernde Potenzial in den Ruinen und ihrer Geschichte. Für ihn stand von Anfang an fest, „dass es für unser Land ein Segen war, dass die Amerikaner die Brücke haben einnehmen können, denn sonst hätten wesentlich mehr Leute sterben müssen.“

Der Ludendorff-Brücke in Remagen wurde im Zweiten Weltkrieg weder von der Wehrmacht noch von den alliierten Truppen große strategische Bedeutung beigemessen. Buchstäblich über Nacht verwandelte sich die Brücke dann zu einem der entscheidenden Schauplätze des Kriegsendes. Am 7. März war die 1. US-Armee bereits in unmittelbarer Nähe. Ein Teil der Bevölkerung von Remagen und Erpel suchte in dem Eisenbahntunnel Zuflucht, der sich rechtsrheinisch an die Brücke anschloss. Der deutsche Kommandant wollte so früh wie möglich sprengen. Denn alle Rheinbrücken sollten zerstört werden, um den Vormarsch der alliierten Truppen zu stoppen. Dann aber änderte sich der Befehl: Die Brücke sollte nun so lange wie möglich gehalten werden, damit noch möglichst viele deutsche Soldaten mit ihren Panzern und Artilleriegeschützen auf dem Rückzug die Brücke überqueren konnten.

Gleichzeitig erreichten die ersten US-Soldaten die noch völlig intakte Brücke; wenig später begann der alliierte Angriff. Am Nachmittag versuchten die Deutschen eine Sprengung, aber der erste Versuch misslang, und im zweiten Anlauf war es zu wenig Sprengstoff und die Wirkung zu gering. Die Sprengung hob die Brücke kurz aus ihren Lagern, zerstörte sie aber nicht. wodurch es den alliierten Truppen ermöglicht wurde, den Rhein zu überqueren und ihren Vorstoß ins „Herz Deutschlands“ zu beschleunigen.

Von deutscher Seite wurde mehrfach vergeblich versucht, die Brücke zu zerstören. Sie stürzte schließlich am 17. März ein, wahrscheinlich aufgrund der Überlastung der vorherigen Tage. Die Alliierten konnten insgesamt 18 Regimenter über die Brücke von Remagen übersetzen. General Eisenhower soll befunden haben: „Die Brücke ist ihr Gewicht in Gold wert!

Film von Werner Kubny, WDR/2015


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