Dokumentation

Freitag, 05. Mai 2017, 20.15 Uhr

Kieling – Expedition zu den Letzten ihrer Art (1/3 bis 3/3)

20.15/0.45 Uhr Kieling – Expedition zu den Letzten ihrer Art (1/3)

Andreas Kieling filmt ein junges Silberrückenmännchen. Berggorillas sind die friedlichste Primatenart. Menschen gegenüber zeigen sie keine Scheu.; Bild: PHOENIX/ZDF/Andreas Kieling' (S2)   Andreas Kieling filmt ein junges Silberrückenmännchen. Berggorillas sind die friedlichste Primatenart. Menschen gegenüber zeigen sie keine Scheu.

Zu Beginn des 3. Jahrtausends stehen viele Tierarten kurz vor ihrer Ausrottung. Andere haben sich in die letzten unberührten Regionen der Erde zurückgezogen und wurden seit Jahren nicht mehr gesehen. Der deutsche Tierfilmer und Abenteurer Andreas Kieling macht sich auf die Suche nach ihnen: mit Filmkamera und  Survivalausrüstung versucht er, die Letzten ihrer Art vor die Linse zu bekommen

In Australien leben nicht nur die größten, sondern auch die aggressivsten Erben der Saurier, die Salzwasserkrokodile bzw. Leistenkrokodile. Das größte jemals gefangene Tier war über 6 Meter lang. Es hatte sich in einem Fischernetz verfangen und war ertrunken. Die Wissenschaft geht davon aus, dass die Tiere noch weitaus größer werden können. Andreas Kieling will sich selbst ein Bild machen und begibt sich auf die Suche. Ein Tauchgang mit den Giganten ist der Höhepunkt seiner Begegnung mit den urzeitlichen Monstern.

Die westlichen Ausläufer des Himalajas sind das nächste Ziel. In Kirgisien will Kieling das Marco-Polo-Argali, das größte Wildschaf der Erde, finden. Ihr gewaltiger Kopfschmuck lässt die Tiere zu imposanten Erscheinungen werden. Gleichzeitig sind ihnen die gigantischen Hörner zum Verhängnis geworden: Sportjäger aus aller Welt wollen diese Trophäe mit nach Hause nehmen. Nur wenige hundert Tiere sollen noch leben. Andreas Kieling steigt mit einheimischen Führern ins Hochgebirge und heftet sich in Eis und Schnee an die Fährte der Bergschafe.

Während Braunbär und Wolf in Europa fast ausgerottet sind, leben sie in Draculas Wäldern, in Transsilvanien, von Menschen weitgehend ungestört. Sie erweisen sich hier als wahre Überlebenskünstler, die es längst gelernt haben, auch die Zivilisation zu ihrem Vorteil zu nutzen. Allabendlich statten die Bären Brasov, der zweitgrößten Stadt Rumäniens, einen Besuch ab und machen sich an den Müllcontainern zu schaffen. Nach einer ersten Begegnung mit den „Müllbären“ zieht es Kieling in die abgelegenen Bergregionen Draculas.

Wenn es um Löwen geht, denkt jeder direkt an Afrika. Doch wild lebende Löwen, wenn auch ohne Mähne, gibt es auch in einem kleinen Gebiet in Indien. Im Girwald im nordwestlichen Bundesstaat Guajarat, lebt die letzte Population des Asiatischen Löwen. Einst über ganz Eurasien und Nordafrika, von Griechenland bis Indien verbreitet, leben heute nur noch 200 Tiere in dem rund 1.400 Quadratkilometer großen Girwald.

Zu klein für die großen Jäger. Der Konflikt mit der ansässigen Bevölkerung ist vorprogrammiert, immer wieder werden Haustiere gerissen. Die Bauern greifen zu Gift und Fallen. Eine entbehrungsreiche Expedition zu Fuß zusammen mit einheimischen Führern auf der Suche nach dem „kahlen König“ steht Andreas Kieling bevor.

Film von Andreas Kieling, ZDF/2011

21.00/1.30 Uhr Kieling – Expeditionen zu den Letzten ihrer Art (2/3)

Als Bärenmann hat sich Andreas Kieling einen Namen gemacht. Er ist einer der wenigen Menschen weltweit, denen es bisher gelungen ist, den Riesengrizzlies im hohen Norden so nahe zu kommen. Auch dieses Mal will der Grizzlymann wieder Auge in  Auge den Giganten gegenüber stehen - und sie endlich sogar in den Flüssen unter Wasser filmen: ein Tauchgang mit dem größten Landraubtier der Erde.

Doch zunächst zieht es den Abenteurer und Tierfilmer Andreas Kieling zum Nordpol. Seit 20 Jahren filmt und beobachtet er dort Eisbären. Jetzt will er mit der Kamera dabei sein, wenn Eisbärenjunge mit ihrer Mutter zum ersten Mal ihre Wurfhöhle unter dem Schnee verlassen und auf Wanderschaft gehen. Ende Februar ist es soweit. In den polaren Regionen kehrt langsam das Tageslicht zurück. Um diese Zeit verlassen die Eisbärenmütter mit ihrem etwa drei Monate alten Nachwuchs ihre Höhlen. Seit über einem halben Jahr haben die Mütter nichts mehr gefressen, nachdem sie im Herbst ihre Wurfhöhle gegraben, im Winter ihre Jungen geboren und sie nur von ihren körpereigenen Reserven gesäugt haben. Jetzt sind die Kleinen kräftig genug, um auf die strapaziöse Wanderung zur weit entfernten Packeisgrenze zu gehen. Eine Woche muss Andreas Kieling bei mörderischen Temperaturen vor einer Wurfhöhle ausharren, bis es endlich soweit ist. Vorsichtig schiebt sich die Nasenspitze der Eisbärenmutter durch den festen Schnee. Dann kommen drei kleine Fellknäuel mit ihr ans Licht. Der über 60 Kilometer lange Marsch zum Packeis ist für alle eine riesige Strapaze und kostet eines der Jungen schließlich das Leben. Immer wieder müssen die Bärin und ihre Jungen vor den eisigen Polarstürmen Schutz in eilig gegrabenen Schneemulden suchen. Die extreme Witterung geht auch an Andreas Kieling nicht spurlos vorüber: Erfrierungen im Gesicht und an den Händen des Tierfilmers sind der Preis für sensationelle und tief beeindruckende Aufnahmen. Doch nicht nur die Bären haben es ihm angetan. Auf einer Expedition ins tiefe Sibirien will er eine der größten Raubkatzen der Welt in freier Wildbahn aufspüren und filmen: den sibirischen Tiger. In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts stand der sibirische Tiger oder Amurtiger am Rande der Ausrottung. Nur noch 20 bis 30 dieser einzigartigen Tiere sollen damals noch gelebt haben. Erst durch strenge Schutzbestimmungen stieg ihre Anzahl wieder an. Doch noch immer machen Wilderer das Überleben der letzten sibirischen Tiger fraglich.

Film von Andreas Kieling, ZDF/2011

 

21.45/2.15 Uhr Kieling – Expeditionen zu den Letzten ihrer Art (3/3)

Begegnungen der besonderen Art - sie zeichnen den bekannten Tierfilmer Andreas Kieling aus. Immer wieder verblüfft er die Zuschauer, wenn er es schafft, die Tiere unserer Erde in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten und seine Erlebnisse in unvergesslichen Bildern festzuhalten. Oft sind es Tiere, die einer bedrückenden Tatsache ihre Aufmerksamkeit verdanken: Sie gehören zu den Letzten ihrer Art, sie sind akut vom Aussterben bedroht.

Traurigen Ruhm erlangten die letzten Berggorillas in den Bergregenwäldern im Grenzgebiet von Kongo, Ruanda und Uganda. Nur noch etwa 700 Menschenaffen haben Krieg und Wilderei überlebt. Und noch immer sind sie nicht in Sicherheit. Um sie zu treffen, muss Andreas Kieling viele Höhenmeter überwinden: Eine beschwerliche Dschungeltour für den Tierfilmer, unter dem Schutz von Soldaten als Bewacher. Als Kieling die Berggorillas endlich auf 4000 Metern Höhe gefunden hat, ist er von ihrer Toleranz und Sanftmut fasziniert. Nach ein paar Tagen kann er sich in der Gruppe bewegen, und es gelingen außergewöhnliche und beeindruckende Aufnahmen.

In Australien leben die größten und wohl auch aggressivsten Erben der Saurier, die Salzwasser- oder Leistenkrokodile. Über 6,30 Meter lang war das größte jemals gefangene Tier. Es hatte sich in einem Fischernetz verheddert und war ertrunken. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Tiere noch weitaus größer werden. Andreas Kieling begibt sich auf die Suche. Ein Tauchgang mit den Giganten ist der Höhepunkt seiner Begegnung mit den urzeitlichen Monstern.

In Südafrika begegnet Andreas Kieling den am meisten gehassten und gleichzeitig verehrten Tieren Afrikas, den Elefanten. Ihrer Faszination kann sich auch er nicht entziehen. Die Riesen mit dem Riesenhunger vermehren sich im Addo National Park so gut, dass der Nationalpark weltweit die höchste Elefantendichte aufweist.

Ein sehr ungewöhnliches Erlebnis erwartet Andreas Kieling knapp zwei Stunden von Kapstadt entfernt. Der Tierfilmer trifft an der Struis Bay eine Frau, die sieben Stachelrochen morgens und abends füttert. Mit frischem Tintenfisch lockt Andreas einen von ihnen zu sich, mit aller gebotenen Vorsicht: Stachelrochen sind nicht nur extrem giftig, sondern auch extrem scheu.

Film von Andreas Kieling und Ralf Blasius, ZDF/2011


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