Dokumentation

Montag, 24. April 2017, 20.15 Uhr

Große Völker: Die Griechen / Die Römer

20.15 Uhr Große Völker: Die Griechen

Schatzhaus von Delphi: Was die Pilger an Opfergaben und Geld mitbrachten, wurde von den Priestern in Schatzhäusern gelagert und verwaltet - wie in einer Bank.; Bild: PHOENIX/ZDF/Axel Schmidt' (S2+)   Schatzhaus von Delphi: Was die Pilger an Opfergaben und Geld mitbrachten, wurde von den Priestern in Schatzhäusern gelagert und verwaltet - wie in einer Bank.

Demokratie, Gesetze, Wissenschaft, Literatur, Theater, Olympische Spiele, Wasserversorgung, Straßennetze, Fernhandel, Überquerung der Weltmeere, Globalisierung – die Liste der Errungenschaften, die das Europa von heute kennzeichnen, ließe sich endlos fortführen. Doch ausnahmslos alles, was unser heutiges Leben prägt, basiert auf über 2000 Jahre alten Ideen und Erfindungen. Die Reihe „Große Völker“ versteht sich als Zeitreise zu den Wurzeln Europas und den Nationen, die den Weg in die Moderne geebnet haben. Hier werden die Pionierleistungen der Griechen, Römer, Germanen, Araber, Karthager und Wikinger vorgestellt.

Die moderne Welt hat den alten Griechen eine Menge zu verdanken: die tragischsten Dramen und unterhaltsamsten Komödien, aber auch den Mathematikunterricht. Auch dass wir joggen oder Marathon laufen, ist den Griechen geschuldet – ebenso die Olympischen Spiele, die Menschen unterschiedlichster Herkunft im sportlichen Wettkampf friedlich miteinander vereinen sollen. Nicht zuletzt ist die Demokratie das Erbe berühmter Vordenker aus Athen. Vielleicht ist es ein wenig in Vergessenheit geraten, aber Griechenland gilt als die Wiege Europas.

Vor fast 3000 Jahren beginnt die Geschichte der Griechen, damals eine Ansammlung aus vielen kleinen Stadtstaaten, die rund um das östliche Mittelmeer entstanden sind. Universalgelehrte beobachten die Natur, suchen nach Zusammenhängen zwischen Ursache und Wirkung und glauben fest an Erkenntnisgewinn durch logisches Denken. Sie sind die Begründer der Wissenschaft und bahnbrechender Errungenschaften – angefangen von der ersten Dampfmaschine über die Entdeckung der Erde als Kugel bis hin zum schusssicheren Brustpanzer.

Eine der revolutionärsten Ideen der Griechen aber ist die Demokratie. Kaum zu glauben, aber sie ist ein Produkt der ständigen Kriege untereinander, vor allem gegen die übermächtigen Perser.

Neben Politik und Wissenschaft haben noch zwei weitere Errungenschaften ihren Anfang in der antiken Welt genommen: Zum einen ist es die Entstehung des Theaters, das damals vor allem dazu diente, den Bürgern ihre Welt über das Spiel auf der Bühne zu erklären. Zum Anderen die Einführung der Olympischen Spiele im Zeichen der Völkerverständigung.

Film von Susanne Utzt und Cristina Trebbi, ZDF/2014

21.00 Uhr Große Völker: Die Römer

Es gibt zwar nicht viel, was nicht zuvor schon von den Ägyptern, Griechen oder Karthagern erfunden worden wäre. Doch es gibt noch weniger, was die Römer nicht von ihnen übernommen, verbessert oder gar perfektioniert hätten. Die alten Römer sind ein Volk der Superlative. Ihre Geschichte beginnt allerdings wenig spektakulär. Als Rom gegründet wird, ist die spätere Hauptstadt nicht mehr als eine von Malaria verseuchte Siedlung in einer sumpfigen Senke am Tiber. Doch nur wenige Jahrhunderte später schlägt dort das Herz eines Imperiums, in dem zu Spitzenzeiten mehr als 55 Millionen Menschen leben. Fast 1000 Jahre hält die römische Herrschaft, bevor sie allmählich zerbröckelt.

Besonders beeindruckend ist die Dynamik, mit der die anfangs keineswegs überlegene Republik zur Vormacht im gesamten Mittelmeerraum aufsteigt. Die Römer beweisen sich dabei nicht nur als Meister der Kriegsführung, sondern auch als Garant anhaltenden Friedens. Die neuen Bundesgenossen erhalten ein hohes Maß an Selbstbestimmung und eine Verfassung, die ihnen wie jedem römischen Bürger auch die Gleichheit vor Recht und Gesetz zusichert. Und jeder – auch Sklaven und Besiegte – kann sein Bürgerrecht einfordern.

Die Herren vom Tiber bieten aber noch mehr Annehmlichkeiten: Quer durchs Reich bauen sie Straßen und Aquädukte. Bis in die entferntesten Winkel des Imperiums exportieren sie ihren Lebensstil und ihre Architektur öffentlicher Gebäude und Plätze.

Wie schwer es ist, Völker aus unterschiedlichen Kulturkreisen zusammenzuhalten, haben auch schon die alten Römer gewusst. Als Kontrollorgan setzen sie deshalb ein Heer aus Legionären ein. Berufssoldat zu sein ist damals ein begehrter Job.

Lange haben Historiker gerätselt, warum das Römische Imperium dennoch mitten im Frieden kollabiert ist. Eine Vermutung lautet, dass allein die vielzitierte Dekadenz der Oberschicht schuld daran sei. Doch viele Forscher glauben inzwischen, dass die Barbaren den Untergang der Großmacht verursacht haben. Im 4. Jahrhundert nach Christus setzt die Völkerwanderung ein, und zigtausende Menschen drängen auf der Suche nach neuem Lebensraum ins Reich. Das Imperium gerät in vielerlei Hinsicht in Not und ist nicht mehr zu retten. Das Vermächtnis des Imperiums an die Nachwelt aber hat überlebt: Die Römer haben das Fundament für eine zivilisierte Welt gelegt und die Ausbreitung des Christentums maßgeblich befördert.

Film von Susanne Utzt und Cristina Trebbi, ZDF/2014


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