Erstausstrahlung

Samstag, 15. April 2017, 22.30 Uhr

Erstausstrahlung: Archäologische Entdeckungen in Nigeria. Das Rätsel der Nok-Skulpturen

Foto Aktueller Fund einer Nok Skulptur in Nigeria; Bild: PHOENIX/Oliver Becker   Aktueller Fund einer Nok Skulptur in Nigeria

Die Nachricht von der Entführung Frankfurter Archäologen im Nordosten Nigerias erschütterte im Februar 2017 die Öffentlichkeit. Tatort der Geiselnahme war die Grabungsstelle in der Umgebung des Ortes Nok, an der man 1928 zufällig auf rätselhafte Funde stieß. Diese rund 2500 Jahre alten Terrakottaköpfe, die so genannten „Nok-Skulpturen“, stehen im Fokus der Dokumentation von Oliver G. Becker.

 

Foto Bernard Fagg; PHOENIX/Oliver Becker   Pionier der Nok Forschung: Bernard Fagg in den 1960iger Jahren

Der erste Durchbruch in der Erforschung der geheimnisvollen Tonköpfe und Statuen in Nok war Zufall. Während in Europa der Zweite Weltkrieg ausbrach, stieß der Brite und Archäologe Bernard Fagg auf einem abgelegenen Hochplateau Nigerias auf Fragmente der ausdrucksstarken Figuren, während er als Aufseher des britischen „Colonial Service“ den Tagebau einer Zinnmine beaufsichtigt. Fagg (1915-1987) war lange der einzige Archäologe, der sich um die Stücke und die Fundstätten kümmerte.

Seit 2005 gräbt ein Archäologenteam der Frankfurter Universität unter der Leitung von Professor Peter Breunig in einem Grabungsgebiet von der Fläche Portugals. Die Frankfurter Wissenschaftler erforschen heute vor allem den Lebensraum der westafrikanischen Kultur, die diese Kunstwerke hervorgebracht hat. Prof. Peter Breunig, Dr. Nicole Rupp und ihre nigerianischen Kollegen sind der geheimnisvollen Welt der Nok-Kultur mittlerweile näher gekommen. Mit detektivischem Spürsinn und archäologischer High-Tech-Ausrüstung arbeiten sie in Nigeria, einem krisengeschüttelten Land. Die Unruhen im Jahr 2013 brachten die Grabung zum zeitweiligen Stillstand. Vor allem die Anschläge der unweit im Nordosten des Landes operierenden islamistischen Terrororganisation Boko Haram, erzwingen Unterbrechungen der wissenschaftlichen Arbeit.

Foto Fund; PHOENIX/Oliver Becker

Prof. Breunig und sein Team werden Opfer einer Geiselnahme. Zwei Frauen des deutschen Teams werden von den Kidnappern noch am Tatort frei gelassen. Zwei nigerianische Mitarbeiter, die den deutschen Geiseln zu Hilfe kommen wollten, werden von den schwer bewaffneten Tätern erschossen. Die Kidnapper entkommen mit den Geiseln und fordern Lösegeld. Laut einer angeblich „verlässlichen nigerianischen Quelle“, die in afrikanischen Medien anonym zitiert wird, sollen die Täter Fulani gewesen sein, - halbnomadisierende Viehzüchter-, die durch Wälder und Savannen der umliegenden Bundesstaaten ziehen und mit den Bauern der Gegend schon blutige Konflikte ausgetragen haben. Nach Aussage der zitierten nigerianischen Quelle - lassen sie ihre Geiseln gegen Erhalt eines Lösegeldes frei.

Eine Reise zu den Grabungsstätten dieser geheimnisvollen und noch immer rätselhaften Kunstschätze im krisengeschüttelten Nigeria, das von der Islamistengruppe Boko Haram terrorisiert wird, wurde dem Autor Oliver G. Becker trotz aller Bemühungen über Jahre aus Sicherheitsgründen verwehrt. Sein Film entstand dennoch.

 

Film von Oliver G. Becker, phoenix/2017


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