Dokumentation

Samstag, 01. April 2017, 22.30 Uhr

Der Jungfrauenwahn – Warum es für Muslime oft schwer ist frei zu sein

Zana Ramadani bei einer Femen-Aktion in Berlin.; Bild: PHOENIX/ZDF und Yoliswa von Dallwitz' (S2+)   Zana Ramadani bei einer Femen-Aktion in Berlin.

Wie verträgt sich für junge Muslime, die in einer freien Gesellschaft leben, die Herkunftskultur der Eltern mit den eigenen Wünschen? Welche Bedeutung hat dabei das Gebot der Jungfräulichkeit? Die Protagonisten des Films – der Psychologe Ahmad Mansour, die Anwältin Seyran Ateş, die Femenaktivistin Zana Ramadani und die Studentin Arife Yalniz – geben sehr persönliche Antworten auf diese Fragen. Sie alle mussten kämpfen, um selbstbestimmt leben zu können. Ihr Anliegen: die Gesellschaft aufzuklären und zu verändern - persönlich und politisch zugleich.

Sie mussten mit ihren Familien und Freunden brechen, weil sie sich nicht an deren Moralvorstellungen halten wollten. Sie wollen Sexualität nicht bestrafen und nicht den Regeln folgen, die heute in vielen Moscheen so gepredigt werden wie vor 900 Jahren. Damals schrieb der muslimische Philosoph Al-Ghazali sein „Buch der Ehe“, auf das man sich in strengen muslimischen Gesellschaften auch heute noch bezieht.

Vieles von dem, was heute vor allem als Problem muslimischer Migranten verhandelt wird, wie die Unterdrückung von Frauen, überhöhter Machismo und Gewaltbereitschaft bei Männern, Zwangsehen und Gewalt im Namen der Ehre, hat seinen Ursprung beim zentralen Thema der gesamten muslimischen Welt, der Verteufelung der weiblichen Sexualität.

Die Filmemacherin und Journalistin Güner Yasemin Balci wuchs als Tochter türkischer Einwanderer in Berlin-Neukölln auf. Sie befasst sich kritisch mit der Situation von Migranten in der deutschen Gesellschaft. Im September 2008 erschien ihr Debütroman „Arabboy - Eine Jugend in Deutschland oder das kurze Leben des Rashid A.“, der noch im selben Jahr seiner Veröffentlichung für das Theater adaptiert wurde. 2012 wurde Balci zusammen mit Nicola Graef mit dem Civis-Fernsehpreis für die Reportage „Tod einer Richterin - Auf den Spuren von Kirsten Heisig“ ausgezeichnet. „Der Jungfrauenwahn“ ist ihr erster langer Dokumentarfilm und erhielt 2016 den Juliane Bartel Medienpreis sowie den Bayerischen Fernsehpreis.

Film von Güner Balci, ZDF/2016


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