Dokumentation

Dienstag, 18. April 2017, 21.00 Uhr

De Gaulle und Adenauer - Eine deutsch-französische Freundschaft

Adenauer (Anton Wenisch) und De Gaulle (Michel Winogradoff).; © PHOENIX/SWR/Filmbüro GmbH, honorarfrei   Adenauer (Anton Wenisch) und De Gaulle (Michel Winogradoff).

Sie waren beide sehr gespannt, als sie sich am 14. September 1958 zum ersten Mal trafen: Konrad Adenauer fürchtete, in De Gaulle einen kriegerischen General zu treffen, der die Deutschen, die er sein Leben lang bekämpft hatte, immer noch hasst – 13 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Dokumentation nimmt den 50. Jahrestag der Unterzeichnung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages zum Anlass, die besondere Beziehung zweier Staatsmänner sowie das konfliktreiche Verhältnis der beiden Nachbarländer zu beleuchten.

Vor 50 Jahren, am 22. Januar 1963, unterzeichneten Charles de Gaulle und Konrad Adenauer im Pariser Élysée-Palast den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag. Damit stellten sie das Verhältnis der beiden Nationen auf eine neue Grundlage. Nicht mehr Hass, Demütigung und die „Erbfeindschaft“ prägten danach den Umgang miteinander, sondern vertrauensvolle Zusammenarbeit und kultureller Austausch. Die Dokumentation zeigt, wie es de Gaulle und Adenauer trotz aller negativen Erfahrungen in der Geschichte gelang, durch persönliche Annäherung und Überzeugungsarbeit die beiden Nationen zu versöhnen.

Beide Männer empfanden die deutsch-französische Geschichte mit ihren zahlreichen Kriegen, Konflikten und wechselseitigen Demütigungen als ungeheure Last, die sie auch in ihrem persönlichen Leben von Beginn an gespürt hatten. 1962, vier Jahre nach dem ersten Treffen de Gaulles und Adenauers in Colombey-les-Deux-Églises, machten beide Politiker Staatsbesuche in das jeweilige Nachbarland, die bei der Bevölkerung so viel Begeisterung auslösten, dass Adenauer und de Gaulle beschlossen, diese neue Freundschaft mit einem Vertrag zu krönen und zu festigen. Am 22. Januar 1963 unterschrieben sie im Élysée-Palast in Paris die Verträge, umarmten sich und gaben sich, wenn auch ein bisschen linkisch, den „Bruderkuss“.

Es bedurfte allerdings der nachfolgenden Politiker-Generation, diesen Vertrag wirklich mit Leben zu füllen. Die ersten waren Helmut Schmidt und Valéry Giscard d'Estaing. Auch die meisten der nachfolgenden deutsch-französischen Politiker-Paare (Helmut Kohl und François Mitterrand, Gerhard Schröder und Jacques Chirac, Angela Merkel und Nicolas Sarkozy beziehungsweise François Hollande) stellten sich in die Tradition, die Adenauer und de Gaulle begründet hatten: die Idee der deutsch-französischen Freundschaft als Grundlage des Friedens in Europa.

Dokumentation von Werner Biermann, SWR/2013


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