Dokumentation

Montag, 26. Mai 2014, 20.15 Uhr

Die Deutschen I (9/10 &10/10)

20.15/0.45 Uhr Die Deutschen I 9/10: Bismark und das Deutsche Reich

Mit seiner so genannten Hunnenrede rief Kaiser Wilhelm II. (Udo Schenk) international Empörung hervor.; © PHOENIX/ZDF/Jan Prillwitz, honorarfrei   Mit seiner so genannten Hunnenrede rief Kaiser Wilhelm II. (Udo Schenk) international Empörung hervor.

Nach der Revolution von 1848, dem vergeblichen Versuch einer „Einheit von unten“, kam es zur „Einheit von oben“. Preußens Ministerpräsident Otto von Bismarck ebnete den Weg zum ersten deutschen Nationalstaat.

„Nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden die deutschen Fragen der Zeit entschieden, sondern durch Blut und Eisen“, hatte der eigensinnige Politiker einst formuliert, doch einen konkreten Plan zur deutschen Einigung hatte Bismarck nicht. „Erreicht Deutschland sein nationales Ziel noch im 19. Jahrhundert, so erscheint mir das als etwas Großes, und wäre es in zehn oder gar fünfzehn Jahren, so wäre es etwas Außerordentliches, ein unverhofftes Gnadengeschenk von Gott“, sagte er drei Jahre vor der Staatsgründung 1871.

Die deutsche Einheit war somit alles andere als vorherbestimmt, wie preußische Historiker später glauben machen wollten. Zudem hatte die „Nation“ für Bismarck keinen Selbstwert, sie diente ihm vor allem als Vehikel zur Mehrung der Macht Preußens und auch der eigenen. Das von Bismarck geschaffene Reich war das erste geeinte Deutschland, aber es war ein Fürstenbund, nicht das Volk war der Souverän, die Reichs-Regierung wurde nicht vom Parlament gewählt.

Dokumentation von Friedrich Scherer, ZDF/2008

21.00/1.30 Uhr Die Deutschen I 10/10: Wilhelm und die Welt

„Zu Großem sind wir noch bestimmt, und herrlichen Tagen führe ich Euch entgegen“, verkündet der junge Hohenzollern-Kaiser Wilhelm II. zu Beginn der Epoche, die später nach ihm benannt wird. Er entpuppt sich als prunksüchtiger Monarch, selbstverliebt und betont forsch. Für die Mehrheit des deutschen Bürgertums aber wird er zum Sinnbild eigenen Strebens nach Glanz und Größe.

Der Liberale Friedrich Naumann meint gar: „Dieser Kaiser, über den ihr euch aufregt, ist euer Spiegelbild!“ Die Fassade von Pickelhauben und Paraden ist symptomatisch für die „verspätete Nation“. Der Pomp überspielt vieles. Die „innere“ Einigung Deutschlands ist ins Stocken geraten, der junge Staat bleibt in sich gespalten. Alte territoriale wie konfessionelle Gegensätze bieten Konfliktstoff, im industriellen Aufschwung tun sich tiefe soziale Gräben auf. Der Reichstag, allen voran die stark anwachsende Sozialdemokratie, fordert ein Ende des „persönlichen Regiments“ Wilhelms II. Der Kaiser beschimpft die Partei der Linken als „vaterlandslose Gesellen“.

Wilhelm II. verfolgt andere Visionen als der Gründungskanzler Bismarck. Dieser hat der Welt vor Augen führen wollen, dass sich der neu gegründete Staat friedlich in das Konzert der Mächte einfügen kann. Der junge Hohenzoller aber will Kaiser einer Weltmacht sein, die mit den anderen Großmächten mithalten kann.

Der Erste Weltkrieg schließlich wird zum ersten industriellen Vernichtungskrieg, zur Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts. 1918 ist das deutsche Heer am Ende, selbst die Generäle haben das begriffen. Eingestehen wollen sie es freilich nicht - zumindest nicht vor der Nation.

Dokumentation von Ricarda Schlosshan, ZDF/2008


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