Dokumentation

Dienstag, 14. Februar 2012, 20.15 Uhr

Geheimnisse des Dritten Reichs (5/6 und 6/6)

Sonntag, 12. Februar 2012, 20.15 Uhr - Geheimnisse des Dritten Reichs (1/6): Hitlers Familie

Zum Hitler-Kult gehörte auch der von der NS-Propaganda gehegte Nimbus vom Propheten, der gleichsam aus dem Nichts in die Geschichte trat. Die wahre Herkunft des Diktators und seiner Familie hatten keinen Platz im Bild des selbst ernannten „nationalen Erlösers“. Mit pedantischer Konsequenz ließ der NS-Führer seine mehr als schillernden Familienverhältnisse verschleiern. Und doch drohten diese den von ihm selbst propagierten Wahn von „makelloser“ Herkunft ad absurdum zu führen.

„Diese Leute dürfen nicht wissen, wer ich bin, sie dürfen nicht wissen, woher ich komme und aus welcher Familie ich stamme!“, sagte Hitler zu einem nahen Verwandten. Die eigene Herkunft rückte während seines politischen Aufstiegs in den Fokus des öffentlichen Interesses, weil er den militanten Rassenwahn zur Grundlage seiner menschenverachtenden Ideologie machte. Doch brachte ihn sein eigener Stammbaum immer wieder in Verlegenheit. Der so genannte „Ariernachweis“, den Hitler später von allen Deutschen forderte, blieb bei ihm selbst zweifelhaft. Nach der Machtübernahme konnte der NS-Diktator allerdings selbst bestimmen, was fortan über ihn und seine Herkunft veröffentlicht werden durfte. Welche Anstrengungen Hitler unternehmen ließ, um Spuren zu verwischen, zeigt die erste Folge der Reihe „Geheimnisse des Dritten Reichs“.

Persönliche Aufzeichnungen von Verwandten, umfangreiche schriftliche Erinnerungen des Halbbruders Alois, darunter ein Jahrzehnte unveröffentlichtes Manuskript einer Familienchronik aus seinem Nachlass fließen ebenfalls in den Film ein und gewähren neue Einblicke in Hitlers familiären Hintergrund.

Dokumentation von Florian Beierl, Thomas Staehler und Oliver Halmburger, ZDF/2011

 

Sonntag, 12. Februar 2012, 21.00 Uhr - Geheimnisse des Dritten Reichs (2/6): Hitler und das Geld

Die von Hitler selbst gestrickte Legende vom asketischen, opferbereiten, selbstlosen „Führer“ im Dienste seines Volkes ist so langlebig wie falsch. Der NS-Agitator verfügte viel früher und umfassender über Geldquellen, als angenommen wurde. Er hatte mächtige Gönner, nicht nur im In-, sondern auch im Ausland. Ohne Korruption, Willkür und mächtige verheimlichte Geldgeber wäre Hitlers Weg zur Macht nicht vorstellbar gewesen.

Heute lässt sich nachweisen, wie ungeniert sich Hitler bediente und bedient wurde. Als er 1945 Selbstmord beging, war er ein schwerreicher Mann. Schon zu Beginn seiner „Karriere“ verfügte Hitler über genügend Einkünfte - wohlhabende Spender aus der Industrie finanzierten ihn heimlich. Als er an der Macht war, schien der Geldstrom kein Ende mehr zu nehmen. Acht Millionen Reichsmark flossen als Tantiemen für sein Buch „Mein Kampf“ - das Machwerk wurde vom Staat als Geschenk an alle Neuvermählten überreicht. Anteile am Verkauf von Briefmarken mit Hitlers Porträt, Einnahmen von Fotos, auf denen er abgebildet war, Erbschaften von Parteigenossen - all das floss in die Taschen des Reichskanzlers und „Reichspräsidenten“, der zudem ab 1934 für beide Ämter Vergütungen kassierte. Schon früh wurde er auch aus dem Ausland unterstützt - etwa von Henry Ford, der seit 1922 spendete. Später überwiesen auf Geheiß des US-Industriellen die deutschen Ford-Werke jährlich 50.000 Mark als Geburtstagsgeschenk auf Hitlers Privatkonto. Zahlreiche deutsche Großunternehmen, die mit Zuwendungen die Gunst des Diktators erkaufen wollten, bemühten sich nach dem Krieg, kompromittierende Spuren zu verwischen. Doch gerade die „Adolf Hitler-Spende der deutschen Industrie“ brachte zwischen 1933 und 1945 insgesamt 700 Millionen Reichsmark in einen Fonds, der zur „persönlichen Verfügung des Führers“ stand. Daraus stammten die 100 Millionen Mark, mit denen Hitler das „Führergebiet Obersalzberg“ ausbauen ließ, noch einmal 100 Millionen flossen zudem in den Aufbau einer Kunstsammlung für das geplante „Führer-Museum“, das in seiner Heimatstadt Linz entstehen sollte. Wer gehörte alles zu den Spendern? Für welche Zwecke nutzte der Diktator sein Geld? Und wo ist sein Vermögen nach dem Krieg geblieben? Die Dokumentation zeigt, wie Hitlers Reich zu einem kaum entwirrbaren System von Korruption und Bereicherung geriet, in dem auch Parteigänger und führende Militärs eingebunden waren.

Dokumentation von Alexander Berkel und Stefan Brauburger, ZDF/2011

Montag, 13. Februar, 20.15 Uhr - Geheimnisse des Dritten Reichs (3/6): Himmlers Macht

Heinrich Himmler: Reichsführer-SS, Polizeichef, Reichsinnenminister, Heerführer. Hitlers mächtigster Paladin gibt bis heute große Rätsel auf. Warum ließ Himmler heimlich nach Hexen forschen? Gab er und nicht Hitler den Befehl zum Judenmord, wie manche Forscher heute vermuten? Und welche Rolle spielte die mysteriöse Geliebte, mit der er jahrelang ein geheimes Doppelleben führte?

Im Barockschloss der Grafen Haugwitz in Niederschlesien machte 1945 ein Bibliothekar einen unglaublichen Fund: Überreste des von Heinrich Himmler 1935 erteilten „Hexen-Sonderauftrages des Reichsführers-SS“. 3.621 Mappen, bestehend aus 30.000 Karteibögen. Neuere Forschungen zeigen: Sie waren Teil eines streng geheimen Plans Himmlers, der auf nicht weniger abzielte als die Zerstörung des Christentums. Für Himmler aber war selbst das Private immer auch politisch. Seinen ersten sexuellen Kontakt hatte er mit 27, als er die sieben Jahre ältere Margarete Boden kennenlernte. Ein Jahr später wurde geheiratet, doch die Leidenschaft füreinander kühlte schnell ab. 1937 trat eine neue Frau in Himmlers Leben: Hedwig Potthast, seine persönliche Sekretärin. Die Romanze musste geheim bleiben, auch wenn er für sich selbst die NS-Ideologie ins Feld führte: In Anlehnung an germanische Sitten gab er sich überzeugt, dass „rassisch einwandfreie“ SS-Männer das Recht auf eine Zweitfrau hätten. Hedwig Potthast brachte zunächst einen Jungen, 1944 eine Tochter zur Welt. Auch seine SS-Leute ermutigte er, für Nachwuchs zu sorgen - innerhalb und außerhalb der Ehe. Ganz im Sinne des Ziels eines Großdeutschen Reiches mit 120 Millionen Menschen, das vom Atlantik bis zum Ural herrschen sollte. Wohin aber mit den Menschen, die bereits im Osten lebten? Sie sollten in dem 1941 entfesselten Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion zugrunde gehen.


Im Schatten dieses Krieges vollzog sich das Menschheitsverbrechen. Jahrzehntelang haben Forscher in aller Welt nach einem Befehl Hitlers für den Holocaust gesucht. Ein entsprechendes Dokument wurde nie gefunden. Doch war es überhaupt Hitler, der den konkreten Befehl gab? Oder war ein anderer am Werk - Heinrich Himmler?

Dokumentation von Friedrich Scherer und Ricarda Schlosshan, ZDF/2011

Montag, 13. Februar, 21.00 Uhr - Geheimnisse des Dritten Reichs (4/6): Rommel – Mythos und Wahrheit

Seine Legende währte weit länger als das System, dem er lange treu ergeben diente: Erwin Rommel. Auf dem Höhepunkt seiner Erfolge ersetzte sein Ruf, so schien es, ganze Divisionen. Zu verdanken hatte er seine kometengleiche Karriere seinen Fähigkeiten - und seinem Förderer Adolf Hitler. Dann kamen die Niederlagen. Und am Ende das Zerwürfnis.

Wie viele führende Offiziere verschloss auch er zunächst die Augen vor dem wachsenden Terror der Nationalsozialisten. Unter Führung ihrer Generalität war die Wehrmacht vom ersten Tag an ein verlässliches Instrument des Vernichtungskrieges. Rommel hatte in dieser Hinsicht Glück: Er kämpfte vor allem in Afrika und nicht im Osten: Mit Kriegsverbrechen ist er nie ernsthaft in Verbindung gebracht worden, im Gegenteil. Wie kaum ein zweiter General hat er nachweislich verbrecherische Befehle unterbunden.

Im Spannungsfeld zwischen Gehorsam und Gewissen, Verdrängung und Protest zog sich Rommel lange ganz auf seine militärische Funktion zurück. Bis zum Sommer 1944. Da brach er mit seinem Gönner Hitler.

War er auch dafür, den Diktator zu beseitigen? Dafür liefert der Film neue Hinweise. Sicher ist: Erwin Rommel wusste genug von der Verschwörung, um dafür mit dem Leben zu bezahlen.

Dokumentation von Christian Frey, ZDF/2011

Dienstag, 14. Februar 2012 20.15 Uhr Geheimnisse des Dritten Reichs (5/6): Hitler und die Frauen

Hitlers Privatleben zählte zu den bestgehüteten Geheimnissen des „Dritten Reichs“. Erst nach seinem Tod im Bunker erfuhr die Nachwelt von der Existenz einer Freundin, die der Diktator am Ende noch zu seiner Ehefrau gemacht hatte. Doch war Eva Braun nicht die einzige Frau, die in Hitlers Leben eine Rolle spielte. Was brachte diese Frauen dazu, Hitler zu folgen? Was, sich von ihm blenden oder benutzen zu lassen?

Der Film dokumentiert – mit Aussagen von Historikern, Psychologen und Zeitzeugen - den neuesten Stand der Forschung und setzt sich kritisch mit Mythen und Spekulationen auseinander.

Ganz generell gilt: Frauen hatte Hitler nie geachtet. Er wurde geliebt, doch lieben konnte er nicht. Er mochte Frauen, die ihm unterlegen waren, Mädchen-Frauen, die nicht widersprechen durften. Frauen hatten ihm zu dienen, aber keine Ansprüche zu stellen.

Etliche Frauen begingen seinetwegen Selbstmord oder versuchten es zumindest. So auch Maria Reiter. Als Hitler den Kontakt zu der damals 17-Jährigen abbrach, wollte sie sich erhängen. Im letzten Moment konnte sie von einem Verwandten gerettet werden. Doch damit war die Affäre nicht beendet - wie ihr Neffe, Richard Reiter, berichtet. Hitler habe die Beziehung wieder aufgenommen. Auf sein Verlangen hin traf Maria Reiter eine verhängnisvolle Entscheidung. Richard Reiter kennt das Familiengeheimnis aus erster Hand und lüftet es im Film zum ersten Mal.

Dokumentation von Anja Greulich und Steffi Schöbel, ZDF/2011

Dienstag, 14. Februar 2012 21.00 Uhr Geheimnisse des Dritten Reichs (6/6): Speers Täuschung

Albert Speer, der Baumeister, gab der braunen Ideologie monumentale Formen in Stein und Beton. Im Gefolge des Tyrannen erlebte Speer als junger Architekt einen rasanten Aufstieg. Mitten im Krieg stieg er auf zum Manager der Rüstungswirtschaft. Hitler war begeistert von der Arbeit seines Ziehsohnes, der für ihn die „Welthauptstadt Germania“ erbauen sollte.

Beim Nürnberger Prozess verheimlichte Speer, wie er auf Kosten Hunderttausender von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen Hitlers „Rüstungswunder“ zu erreichen suchte. Zeit seines Lebens bestritt Speer, vom Holocaust gewusst zu haben - eine Lebenslüge. Erst lange nach dem Krieg wurde bekannt, wie sehr der Aufrüster tatsächlich in die Verbrechen des Regimes verstrickt war. Hätten die Nürnberger Richter schon das ganze Ausmaß gewusst, hätten sie wohl auch ihn zum Tode verurteilt.


So belegt etwa ein jüngst entdecktes Schreiben Speers an SS-Chef Himmler vom 2. September 1941, dass das Konzentrationslager Natzweiler im Elsass in erster Linie auf seine Initiative errichtet wurde. Natzweiler lieferte Steine für Speers Bauprojekte. Nach seiner Entlassung aus der Haft machte der Architekt Karriere als Bestsellerautor über die Geschichte jenes Reiches, dem er so effizient wie überzeugt gedient hatte.

25 Jahre nach seinem Tod geriet Albert Speer noch einmal in die Schlagzeilen, als im Frühjahr 2006 ein Bild versteigert wurde, dessen Herkunft sich bis in seine angeblich verbrannte Kunstsammlung zurückverfolgen ließ. Diese eher zufällige Entdeckung brachte Licht in ein bis dahin völlig unbekanntes Kapitel der Speer-Biografie: Dass er sein „zweites Leben“ inklusive einer langjährigen heimlichen Geliebten in London auch mit Erlösen aus dem Verkauf geraubter jüdischer Kunst bestritt, ist ein Geheimnis, das erst jetzt gelüftet wird.

Dokumentation von Uli Weidenbach, ZDF/2011


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