
Freitag, 10. Februar 2012, 21.45 Uhr
Die Glienicker Brücke - Letzte Hoffnung der Spione
Als am 10. Februar 1962 der erste Agentenaustausch, Powers gegen Abel, auf der Glienicker Brücke stattfand, wurde sie mit einem Schlag weltberühmt - als Umschlagplatz für Spione, als Nadelöhr im Eisernen Vorhang. Seit dem Fall der Mauer herrscht wieder reger Verkehr auf dem einst geheimnisumwitterten Ort zwischen Potsdam und Berlin. Tausend Mal mehr Menschen überqueren heute die Brücke an einem Tag als in den 40 Jahren der deutschen Teilung.
Eine Brücke im Nebel. Die Sicht kaum mehr als ein paar Meter, das Gebiet von „unauffälligen“ Gestalten weiträumig abgeschirmt. Zwei Männer gehen sich auf der Brücke entgegen, ein Augenblick des Innehaltens, dann ist alles vorbei...
Nur eine kleine Tafel erinnert hier noch an die dramatischen Geschehnisse, als sich für kurze Momente der Eiserne Vorhang hob und Mögliches und Unmögliches hier von Ost nach West und von West nach Ost wechselte. Mit dem spektakulären Austausch des sowjetischen Bürgerrechtlers Anatoli Schtscharanski im Februar 1986 endete das einzigartige Kapitel des Agententransfers. Ein Handel, in dem Kohl und Honecker, Reagan und Gorbatschow persönlich „mitspielten“. Für viele das Zeichen der Wende im Kalten Krieg.
Die Glienicker Brücke - ein Ort mit vielen Gesichtern. Wichtiges Bindeglied der legendären Reichsstraße 1 zwischen Aachen und Königsberg - Kulisse für Helmut Käutners Film „Unter den Brücken“, 1944 im Bombenhagel gedreht. Im Frühjahr 1945 flüchteten Tausende Berliner über die Glienicker Brücke gen Westen. Bis sie von der Wehrmacht gesprengt wurde.
Zu DDR-Zeiten trug sie den Namen „Brücke der Einheit“ und war doch vor allem ein Symbol der Teilung. Am 10. November 1989 aber strömten Tausende über die Jahrzehnte lang bestbewachte Brücke der Welt Richtung Westberlin.
Dokumentation von Daniel Ast und Jürgen Ast, RBB/2006
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