Dokumentation

Donnerstag, 09. Februar 2012, 20.15 Uhr

Hitlers Stellvertreter – Rudolf Heß (1/2 und 2/2)

Portrait von Rudolf Hess, Hitlers Stellvertreter.; PHOENIX/HR/Schweizerisches Bundesarchiv

20.15 Uhr Hitlers Stellvertreter
1/2: Der Aufstieg des Rudolf Heß Rudolf Heß

ist die unumstrittene Kultfigur alter und neuer Nazis weltweit. Außer Hitlers Geburtstag ist ihnen nichts so heilig wie der Todestag des Stellvertreters. Jedes Jahr pilgern sie zu Hunderten ins oberfränkische Wunsiedel, wo Heß begraben ist. Insgesamt hat er 46 Jahre in Haft verbracht und in der ganzen Zeit nicht ein Wort der Reue geäußert. Wer war dieser Mann wirklich? Welche Rolle spielte er im Nationalsozialismus? Wie war sein Verhältnis zu Hitler? In dieser 2teiligen Dokumentation werden den Legenden und Mythen neue Erkenntnisse gegenüber gestellt.

Bis heute wird Rudolf Heß, der Stellvertreter Hitlers, als „guter Nazi“ und „Friedensbote“ verklärt. Aufgrund von bislang unveröffentlichten Dokumenten und Filmmaterial, Originalaufnahmen, Zeitzeugeninterviews und eigenen Recherchen zeichnet der Film ein neues Bild: Christine Rütten stellt klar: Der „Stellvertreter“ war schon seit den 20er Jahren der treueste Gefolgsmann Adolf Hitlers. Und er war und blieb einer der glühendsten Vertreter der NS-Rassenideologie.

Der erste Teil spannt den Bogen von der Geburt in Ägypten über die Studienzeit in München, die Begegnung mit Hitler und die gemeinsame Haftzeit in Landsberg über den Aufstieg zum drittmächtigsten Mann im Dritten Reich bis zum mysteriösen Englandflug am 10. Mai 1941, für den er als „Märtyrer des Friedens“ in der rechten Szene gefeiert wird. Der Film räumt auch mit diesem Mythos auf. Interviews u. a. mit Hilde Heß, der Ehefrau, mit Hildegard Fath und Laura Huber, den Sekretärinnen, und mit Rochus Misch, dem Leibwächter von Adolf Hitler, bringen Licht ins Dunkel.

Dokumentation von Christine Rütten, HR/2005

21.00 Uhr Hitlers Stellvertreter
2/2: Der Fall des Rudolf Heß

Rudolf Heß gibt bis heute Rätsel auf. War er der eigenmächtige Einpeitscher hinter den Kulissen oder nur der ergebene Diener seines Herrn? War er wahnsinnig? Wollte er mit seinem spektakulären England-Flug den Frieden retten? Der zweite Teil der Dokumentation geht auf Spurensuche in England und stellt der Legende vom „Friedensboten“ neue Fakten gegenüber.

Rund um Eaglesham, einer Kleinstadt bei Glasgow, hat Autorin Ulrike Bremer Augenzeugen getroffen, die sich noch an die Nacht erinnern, als dieser merkwürdige Deutsche mit dem Fallschirm landete. Im Gepäck hatte er „Friedensangebote“, die er dem Herzog von Hamilton unterbreiten wollte. Noch heute rätseln die Söhne des Herzogs, warum Heß sich ausgerechnet an ihren Vater wenden wollte. Originalnotizen des „Friedensfliegers“ Heß, die die Autorin in Londoner Archiven fand, belegen, dass es sich bei dem vermeintlichen Friedensangebot um eine wirklichkeitsfremde Aufforderung zur Kapitulation Englands handelte.

Über den Nürnberger Prozess berichtet Richard Sonnenfeldt, Chefdolmetscher der Amerikaner und über die anschließende Haft im Spandauer Kriegsverbrechergefängnis gibt Eugene Bird, amerikanischer Gefängnisdirektor von Spandau, Auskunft. Er berichtet von den Spleens und Wahnvorstellungen seines prominenten Häftlings, der, so Bird, im Einklang mit der Familie Heß, am 17. August 1987 ermordet worden sei. Der Film setzt sich mit dieser Verschwörungstheorie auseinander und stellt eigene Vermutungen an, was an diesem Tag passiert sein könnte.

Dokumentation von Ulrike Bremer HR/2005


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