Dokumentation

Mittwoch, 08. Februar 2012, 20.15 Uhr

Duell in den Wolken - Der letzte Flug des kleinen Prinzen

Schicksalhafte Konfrontation am Himmel über der Küste von Marseille; PHOENIX/ZDF/Rainer Hartmann

Vor kurzer Zeit ging eine sensationelle Meldung durch die Presse: Eines der letzten großen Rätsel des Zweiten Weltkriegs ist gelöst – das spurlose Verschwinden von Antoine de Saint-Exupéry. Der berühmte Autor und Pilot wurde am 31. Juli 1944 von einem deutschen Jagdpiloten abgeschossen. Er heißt Horst Rippert. Die Suche nach Frankreichs Nationalhelden und seinem unbekannten Gegner ist eine Geschichte voller merkwürdiger Funde und unfassbarer Zufälle. Von Anfang an kannten die Spekulationen über Saint-Exupérys Schicksal keine Grenzen. Es hieß, er sei abgestürzt, im Kloster untergetaucht, zum Feind übergelaufen, habe Selbstmord begangen oder gar auf mystische Weise den Planeten verlassen. Er blieb verschwunden.

50 Jahre später die erste spektakuläre Spur: Ein Fischer findet vor Marseille in seinem Netz das silberne Armband des Dichters. Doch der Fundort ist fernab von Saint-Exupérys vermuteter Flugroute. Alle halten den Fischer für einen Scharlatan, nur der Taucher Luc Vanrell glaubt an die Geschichte. Bei seiner Suche stößt er vor der unbewohnten Ile de Riou auf Wrackteile eines Flugzeugs. Gegen die Widerstände von Behörden und Experten kann er beweisen, dass er Saint-Exupérys Maschine gefunden hat.

Doch die Frage, wie und weshalb Saint-Exupéry an dieser Stelle ums Leben kam, zieht Vanrell und sein kleines Team immer tiefer in das Rätsel und führt sie, gemeinsam mit dem deutschen Unterwasserarchäologen Lino von Gartzen, von einer mysteriösen Fährte zur nächsten. An der Absturzstelle entdecken die Forscher den Motor einer deutschen ME 109. Gab es einen Luftkampf, bei dem beide Piloten ihr Ende fanden? Auf der Ile de Riou gibt es ein Grab, in dem während des Krieges Fischer einen Piloten bestattet haben sollen. War es Saint-Exupéry? Oder sein Gegner? Das Grab ist leer. Der Schädel, so heißt es, sei im Besitz eines französischen Arztes. Aber der Arzt ist verstorben und der Schädel verschollen. Die Jagd führt in die USA und dort schließlich zum Erfolg.

In Wiesbaden gesteht der heute 86jährige Horst Rippert, dass er 1944 den „Kleinen Prinzen“ wie man Saint-Exupéry auch nannte, abgeschossen hat. Und ganz nebenbei klärt sich nach Jahrzehnten das Schicksal eines echten deutschen Prinzen, der genau wie Saint-Exupéry von einem Einsatz nicht zurückkehrte.

Dokumentation von Florian Huber, ZDF/2008


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