Programmhinweis phoenix-Jahresschwerpunkt

Sonntag, 08. Mai 2016, 11.30 Uhr

Rätsel RAF-Terror

Was vor 48 Jahren mit den Brandanschlägen auf Kaufhäuser in Frankfurt/Main begann und mehr als 30 Menschenleben forderte, ist heute offenbar noch immer nicht zu Ende: die Gewalt der Roten Armee Fraktion (RAF). Zwar hat die selbsternannte Stadtguerilla 1998 ihre Selbstauflösung verkündet. Doch bei mehreren Überfällen auf Geldtransporter entdeckten Ermittler im vergangenen Jahr Spuren von immer noch flüchtigen RAF-Mitgliedern der sogenannten dritten Generation.

2016 jähren sich zahlreiche Stichtage aus der Geschichte der Linksterroristen – aus diesem Anlass befasst sich phoenix ab Sonntag, 8. Mai, in einem Programmschwerpunkt das ganze Jahr über mit dem „Rätsel RAF-Terror“. „Es ist erstaunlich, dass so viele Terrorakte bis heute nicht aufgeklärt sind. In unserem Programmschwerpunkt gehen wir vor allem den ungelösten Rätseln der RAF nach“, so die phoenix-Programmgeschäftsführer Michaela Kolster und Michael Hirz. Per Zeitungen, Radio und Sozialen Netzwerken hat phoenix in den vergangenen Wochen nach Menschen gesucht, die im Rheinland von dem RAF-Terror betroffen waren oder zu Augenzeugen wurden.

RAF-Terroristin Ulrike Meinhof mit Journalist Reinhard Kahl bei einer Pressekonferenz (1969)

Vor 40 Jahren, am 9. Mai, beging Ulrike Meinhof Selbstmord. Aus diesem Anlass befasst sich der phoenix Thementag am 8. Mai mit der RAF: Bei „History Live“ diskutiert Guido Knopp mit den Terrorismus-Forschern Prof. Wolfgang Kraushaar und Prof. Gisela Diewald-Kerkmann sowie Bernhard Töpper, der für das ZDF als Gerichtsreporter die RAF-Prozesse in Stuttgart-Stammheim verfolgte. Über Ideologie und Ziele der RAF spricht Michael Krons „Im Dialog“ mit Ex-RAF-Mitglied Karl-Heinz Dellwo sowie mit Julia Albrecht, Schwester der an der Ermordung des Bankiers Jürgen Ponto beteiligten Susanne Albrecht. Am Nachmittag folgen auf dem phoenix-Geschichtssendeplatz „Historische Ereignisse“ drei Dokumentationen zum Thema, darunter „Deutsche Lebensläufe: Ulrike Meinhof“. Als opulentes Spielfilm-Highlight ist „Der Baader-Meinhof-Komplex“ mit Moritz Bleibtreu, Martina Gedeck, Bruno Ganz und Johanna Wokalek im Hauptabendprogramm zu sehen.

Christa und Julia Albrecht (r) im Gespräch

Über das ganze Jahr hinweg beleuchten hochkarätige Dokumentationen die vielschichtige Thematik. phoenix zeigt u.a. den soeben mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Film „Die Folgen der Tat“ (WDR 2015). Darin setzt sich Julia Albrecht mit den Auswirkungen einer folgenschweren Entscheidung ihrer Schwester Susanne auseinander. Diese war am 30. Juli 1977 am RAF-Attentat auf den Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto beteiligt. Die enge Freundschaft zwischen den Familien Albrecht und Ponto hatte Susanne Albrecht den Zugang zum Hause Ponto ermöglicht (28. Mai).

Auch Diskussionen und Gesprächssendungen vertiefen die Thematik. In einer „phoenix Runde“ zum Thema „Die Hinterbliebenen der RAF-Opfer“ erzählen Angehörige wie sie das Geschehen heute bewerten. Zu Gast sind u.a. Michael Buback, Sohn des 1977 ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback, und Clais von Mirbach, Sohn des Militärattachés Andreas von Mirbach, der bei der Geiselnahme von Stockholm durch die RAF ermordet wurde. Elmar Theveßen hat im „Kamingespräch“ einen hochrangigen Gast.  Im „Forum Demokratie“ zeichnet Michaela Kolster die internationalen Netzwerke nach, derer sich die Extremisten damals bedienten. „Im Dialog“ wird sich Michael Hirz mit dem Thema auseinandersetzen.

TV-Historiker Guido Knopp

Vor 40 Jahren, am 30. November 1976, entdeckten Polizeiermittler den tödlichen Masterplan der RAF für den sogenannten „Deutschen Herbst“, der geprägt war durch die Entführung und Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, die Entführung des Lufthansa-Flugzeugs Landshut und die Selbstmorde der inhaftierten führenden Mitglieder der ersten Generation der RAF. Diese Ereignisse stürzten die Bundesrepublik Deutschland in eine ihrer schwersten Krisen. Guido Knopp unternimmt aus diesem Anlass erneut eine „Zeitreise“: Diesmal geht Deutschlands bekanntester TV-Historiker auf Spurensuche an Originalschauplätzen des RAF-Terrors, darunter im Rheinland, in Frankfurt, Stuttgart und Berlin. Dort spricht er mit hochrangigen Gästen – unter anderem mit direkten Augenzeugen des RAF-Terrors, die bei phoenix exklusiv über ihre Erlebnisse in der „Bleiernen Zeit“ berichten (30. November).

Alle Informationen zum phoenix-Jahresschwerpunkt bündelt die Internetseite raf-terror.phoenix.de. Auch hier im Mittelpunkt: bis heute ungelöste Rätsel aus allen drei RAF-Generationen. Warum wurden für zahlreiche RAF-Morde die Täter weder ermittelt noch verurteilt – bis jetzt? Und welche Rolle spielten die Geheimdienste in Ost und West? Ist die RAF im Untergrund weiter aktiv – trotz ihrer 1998 verkündeten Selbstauflösung? Und haben sich die inzwischen 40 Jahre alten Anti-Terror-Gesetze überhaupt bewährt? Können wir Parallelen ziehen zu aktuellen extremistischen Bedrohungen?

Das Online-Modul zum phoenix-Jahresschwerpunkt: Rätsel RAF-Terror

Im Online-Modul raf-terror.phoenix.de können sich Nutzer auf einer digitalen Tatort-Karte selbst auf „Spurensuche“ begeben und in Bonus-Videos von Drehorten der phoenix-Dokumentation stöbern. Dort sind auch Interviews und Hintergründe zu Anschlägen, Opfern und Tätern sowie zu den größten offenen Fragen zur Geschichte der RAF zu finden. Auf dem phoenix-Youtube-Kanal sind in der Playlist „Rätsel RAF-Terror“ alle phoenix-Beiträge abrufbar. In der phoenix-App sind auch die Diskussionssendungen abrufbar, auch das gesamte Programm steht so mobil zur Verfügung. Außerdem können die Zuschauerinnen und Zuschauer per Facebook und Twitter unter #Rätsel_RAF_Terror über das Thema diskutieren.

 

phoenix plant Sendungen und Thementage zu folgenden Stichtagen:

8. Mai 2016 – 40 Jahre: Selbstmord Ulrike Meinhof

3. Juni 2016 – 25 Jahre: Verurteilung Susanne Albrecht

24. Juni 2016 – 40 Jahre: Anti-Terror-Gesetze

4. Juli 2016 – 40 Jahre: „Operation Entebbe – Das Ende einer Flugzeugentführung in Uganda“

9. Juli 2016 – 30 Jahre: Ermordung Karl Heinz Beckurts

10. Oktober 2016 –  30 Jahre: Ermordung Gerold von Braunmühls

30. November 2016 – 40 Jahre: Entdeckung des RAF-„Masterplans“ für die Terroroffensive 1977 (Haag-Mayer-Papiere)

Programmhinweis

Rätsel RAF-Terror

Donnerstag, 16. Juni 2016, 21.45 Uhr

Themenabend: Die Opfer der RAF

Insgesamt 34 Menschen hat die Rote Armee Fraktion (RAF) ermordet. Doch während über die Täter viel geschrieben und berichtet wurde, spielten die Familien der Opfer in der öffentlichen Wahrnehmung eine eher untergeordnete Rolle. In einem Themenabend stellt phoenix die Angehörigen von RAF-Opfern in den Mittelpunkt. Nach der Dokumentation „Die Witwe und der Mörder. Die vergessenen Opfer der RAF“ (SWR 2011) diskutiert Anke Plättner in der phoenix Runde mit Jörg Schleyer, Michael Buback und Clais von Mirbach, deren Väter von der RAF ermordet wurden. Der Themenabend ist Teil des Jahresschwerpunkts „Rätsel RAF-Terror“ des Bonner Senders. [mehr]



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